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Demo gegen die Neonazi-Tarngruppe in Fürth

Antifaschisten verstärken Kampf gegen rechtsextreme „Bürgerinitiative Soziales Fürth“ - 10.01.2014 09:00 Uhr

Mit Flugblättern wie diesen versuchen Antifaschisten fast täglich, Neonazis zu enttarnen, die mit der BiSF in den Stadtrat drängen. Für Samstag ist eine Demo geplant. © Meyer


Die Gruppierung mit dem harmlos klingenden Namen und ihren in den Stadtfarben weiß-grün gehaltenen Flugblättern vertritt unverhohlen ausländerfeindliche, rassistische und antisemitische Positionen. Ein aktueller BiSF-Flyer mit Slogans wie „Das Stadtblatt für Deutsche, die es noch sein wollen“ und „Fürth soll auch morgen noch eine deutsche Stadt bleiben“ hetzt gezielt gegen Ausländer und gegen geplante Investitionen in den Ausbau des — so wörtlich — „Judenmuseums“, der als „sinnfreies Projekt“ abqualifiziert wird. Wie berichtet, verbergen sich hinter der BiSF Rechtsradikale. Spitzenkandidat ist der 35-jährige Matthias Fischer, ein vorbestrafter Neonazi und einer der Hauptaktivisten im Kameradschafts-Dachverband „Freies Netz Süd“. Der Stadelner und die Zweitplatzierte auf der BiSF-Liste, Stella Ruff, haben schon früher für die rechtsextreme NPD den Weg in diverse Parlamente gesucht.

Mitte Dezember haben die Rechten ihren Wahlvorschlag bei der Stadt eingereicht. Seitdem ist offiziell, dass sie ins Rathaus drängen. Mit dem Bündnis gegen Rechtsextremismus will das eine breite Allianz verhindern, der sich Vertreter der linken Szene, der Stadt, der Kirchen, politischer Parteien, von Gewerkschaften und Jugendeinrichtungen angeschlossen haben. Denn, so Bündnis-Sprecherin Ruth Brenner: „Es wäre nicht zu ertragen, wenn es die Stadtgesellschaft zuließe, dass Nazis in den Stadtrat kommen und über die Fürther Politik mitbestimmen.“

Überall in der Stadt, wo nun die BiSF um Stimmen wirbt, stehen in aller Regel auch Grüppchen von Antifaschisten parat. Ahnungslose Passanten mögen sich bisweilen wundern, dass ihnen zugleich von rechts und von links unterschiedliche Info-Blätter zugesteckt werden. Doch die BiSF-Gegner versuchen so, vor den im Werbekontakt seriös auftretenden rechten Wölfen im Schafspelz zu warnen. Fast hundert Bündnis-Aktivisten waren für diese Aktionen laut Brenner bereits im Einsatz.

Der Widerstand soll mit der Demo „Keine Nazis in den Stadtrat“ am Samstag einen Höhepunkt erreichen. Beginn ist um 13 Uhr am Kohlenmarkt, unter anderem spricht OB Thomas Jung. Bereits am Freitag findet in den Räumen der Bildungskooperation Mittelfranken Biko, Königswarterstraße16, ab 19.30 Uhr eine Informationsveranstaltung statt. Es soll dabei um die BiSF gehen und um die rechtsextreme Terrorgruppe NSU.

 

hbi

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