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Demo und Gegendemo: Pegida rückt erneut in Fürth an

Rechtspopulisten kommen am Donnerstag wieder - 20.09.2016 11:00 Uhr

Protest gegen Pegida in Fürth: 600 Gegendemonstranten standen 40 Pegida-Anhängern im Juli dieses Jahres gegenüber. © Michael Müller


Vom Bahnhofplatz aus will der Pegida-Ableger um den Fürther Rechtsextremisten Gernot Tegetmeyer durch die Gebhardtstraße zur Kreuzung Jakobinenstraße und wieder zurück ziehen. Die Polizei weist bereits ab 14 Uhr Halteverbote am Streckenrand aus und lässt nicht entfernte Autos danach abschleppen. Von 16 Uhr bis 22 Uhr kann es, so die Polizei, zu Verkehrsbehinderungen im fraglichen Bereich kommen.

Das Fürther Bündnis, das im Juli schon Rückendeckung durch die Kirchendekane Jörg Sichelstiel und André Hermany sowie Oberbürgermeister Thomas Jung erhalten hatte, lastet Pegida an, bewusst Ängste und Nöte von Teilen der Bevölkerung auszunutzen, um sie gegen Flüchtlinge aufzuhetzen, Völkerhass und Rassismus zu schüren. Jung sprach damals von „Verrückten“, die sich bei ihren Nürnberger Stadtspaziergängen nach Fürth verirrt hätten, Hermany von einem Auftritt, der gegen die menschliche Natur gerichtet sei.

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Zeichen gegen Rechts: Fürther protestierten gegen Pegida

Erstmals kam Pegida nach Fürth: Die etwa 40 Anhänger wurden am Bahnhofplatz mit einem gellenden Pfeifkonzert und "Haut ab"-Rufen empfangen. Rund 600 Gegendemonstranten waren dem Aufruf des Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Rassismus gefolgt und protestierten gegen Fremdenfeindlichkeit.


Der OB wird auch diesmal zu den Rednern gehören. Er will sich kurz vor 19 Uhr zu Wort melden. Für ihn steht fest: „Was im Juli galt, gilt auch im September – in Fürth ist kein Platz für rechtsextreme Gesinnung.“ Dies zeige sich immer wieder auf eindrucksvolle Weise. Den unsäglichen Auftritten rechtsextremer Gruppierungen stelle sich Mal um Mal, zuverlässig und unbeirrbar, ein breites Bündnis von Fürtherinnen und Fürthern entgegen, die für ein gleichberechtigtes und friedliches Leben aller Menschen unabhängig von Herkunft, Religion und sexueller Orientierung eintreten.

Auch die zweite Gegendemo wird wieder von zahlreichen sozial engagierten Organisationen unterstützt. Unter dem Motto „Keinen Fußbreit den Faschisten und Rassisten!“ wollen sie ein Zeichen setzen gegen die von Neonazis angestrebte Spaltung der Gesellschaft.

Wörtlich genommen hatten diese Parole Ende Juli in Zirndorf bereits rund 350 Menschen aus allen Teilen der Bevölkerung, die sich mit Dekanin Almut Held, Bürgermeister Thomas Zwingel und ver.di-Bezirksgeschäftsführer Jürgen Göppner an der Spitze einer Demonstration von 15 Neonazis in den Weg stellten, sodass diese nicht durch die Fußgängerzone marschieren konnten. Daraufhin stellten Neonazis Strafanzeige gegen den Bürgermeister und andere. 

Volker Dittmar

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