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Die Bewegung als Bindeglied

Der Laufclub 21 bringt Menschen mit und ohne Behinderung zusammen - 29.10.2012 22:00 Uhr

Über einen ganz besonderen „Oskar“ freute sich Filmemacher Martin Goldmann. Neben Anita Kinle dankte ihm auch die 15-jährige Monika Görlich für seinen zur Ausstellungseröffnung vorgestellten Dokumentarfilm. © Seilkopf


Der Laufclub 21 unterhält eine Beratungsstelle sowie eine Stiftung und zählt an die 250 Menschen in ganz Deutschland zu seinen Mitgliedern. Etwa 120 waren dabei, als Thomas Kinle im Rahmen einer festlichen Eröffnungsveranstaltung am Freitagabend von den Anfängen erzählte: „Es war die Zeit, als sich ein bunter Haufen Laufinteressierter aus ganz Deutschland bei uns im Wohnzimmer traf, um über gemeinsame Projekte zu beraten.“

Den Impuls für eine spätere Vereinsgründung hatte 2007 der englische Sportler Simon Beresford gegeben, der als erster Mensch mit Down-Syndrom einen Marathon gelaufen war. Zur Feier des Welt-Down-Syndrom-Tages im März jeden Jahres veranstaltet der Laufclub 21 einen Marathon im Fürther Südstadtpark. Die „21“ im Vereinsnamen steht für „Trisomie 21“ – eine genetisch bedingte abweichende Chromosomenverteilung: Das Chromosom 21 gibt es drei- statt zweimal. Viele Vereinsmitglieder haben Angehörige, die unter diesem genetischen Defekt leiden, andere wieder wollen ihr läuferisches Wissen und Können weiter geben.

Stefan Hertel, Leiter Private Banking und Vorstand der Sparkassen-Betriebssportgruppe Laufen, nannte Anita Kinle eine „Powerfrau und Athletin durch und durch“. Wie sehr Kinle, geschäftsführender Vorstand des Vereins, powern und andere mit ihrer Energie mitreißen kann, das zeigte die Dokumentation „Ich kann laufen so wie du.“ Der 1965 in Fürth geborene Filmemacher Martin Goldmann hatte den Staffellauf von Vereinsmitgliedern von Fürth nach München begleitet und dabei einen Dokumentarfilm gedreht. In den letzten vier Wochen habe er im Grunde nichts anderes getan, als 15 Stunden Material auf eine halbe Stunde zusammenzuschneiden und zu bearbeiten, verriet er. Dieses mit viel Einsatz und Einfühlungsvermögen erstellte Werk sahen die in der Kundenhalle Versammelten als „Welturaufführung“.

Emotionen kamen hoch, als sich Läufer wiedererkannten und über manche Details und Begebenheiten lachten. Bei aller Lockerheit wurde im Film aber auch deutlich, was für ein Kraftakt es war, bis die Fürther im Mai die Flamme der „Special-Olympics“ im Münchner Olympiastation entzünden konnten.

Dass sich der Laufclub 21 nicht auf fünf Jahren ausruhen wird, sondern bereits dabei ist, neue Aktionen zu organisieren, das zeigte sich an den Einladungen zu Veranstaltungen im kommenden Jahr: Der Welt-Down-Syndrom-Tag unter dem Motto „All you need is love“ wird am 17. März in Fürth mit einem ganz besonderen Lauf gewürdigt. Anmeldungen sind unter www.welt-down-syndrom-tag-marathon.de möglich. „We are triathlon!“ nennt sich ein neues Projekt, zu dem Sportler aus Roth einluden. Unter www.junior-challenge-roth.de erfährt man Genaues über die am 12. und 13. Juli 2013 geplante Veranstaltung. 

ANTJE SEILKOPF

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