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Die Kleeblattstadt ins Internet gehoben

Zwei Freunde gründen www.fuerthwiki.de, weil im Netz zu wenig über ihre Heimat stand - 26.08.2008

Verliebt in Fürth: Marc Muzenhardt und Felix Geismann (von links) mit ihrer Online-Enzyklopädie www.fuerthwiki.de. Die Kumpels haben die Seite ins Netz gestellt, damit die ganze Welt mehr über die Kleeblattstadt erfährt. © Thomas Scherer


Mindestens zehn Minuten pro Tag verbringt BWL-Student Felix Geismann auf «seiner» Seite und schaut, ob sich etwas verändert hat. Vielleicht hat ja einer der Schreiberlinge, die www.fuerthwiki.de regelmäßig mit ihren Texten befüllen, etwas Wissenswertes über das Glockenspiel im Rathaus-Turm hinzugefügt. Oder ein anderer hat einen neuen Kneipentipp für die Innenstadt parat. Oder, ganz schlimm: Ein Wüstling macht sich an den Seiten zu schaffen und schreibt Beleidigungen ins virtuelle Netz.

«Aber das ist bis jetzt nur zwei Mal vorgekommen, die meisten unserer Autoren schreiben fundierte Sachen», sagt Geismann.

Nahezu täglich wächst die Informationsfülle auf fuerthwiki. Seit der Gründung im Februar 2007 sind 796 Artikel entstanden. «Vorher hat es keinen Autor gegeben, der ein öffentlich zugängliches Archiv über Fürth befüllt hat», bemängelt Muzenhardt, der als Kommunikationselektroniker bei Siemens arbeitet. Über dieses Manko haben sich die Kumpels aufgeregt. Um den Missstand aus der Welt zu schaffen, haben die jungen Männer, die laut Geismann beide mit dem Fürth-Virus infiziert sind, eine eigene Seite über ihre Stadt ins Netz gesetzt.

Die Gestaltung von fuerthwiki ähnelt der der Mammut-Enzyklopädie Wikipedia. Das liege daran, dass beide Plattformen auf der gleichen Software basieren. Ansonsten agierten die Internetseiten unabhängig voneinander, sagt Geismann.

Viele Artikel haben die Kumpels selbst auf die Seite gestellt, gibt Geismann zu: «Es müssten um die 400 sein.» Der Rest der Beiträge stamme von zehn bis 20 anonymen Autoren, denen - genau wie Geismann und Muzenhardt - daran liegt, Infos über die Kleeblattstadt ins weltweite Netz zu schicken.

Die Autoren der Fürther Enzyklopädie schreiben zum Beispiel über historische Gegebenheiten, wie über das Eisenbahn-Denkmal, das im vergangenen Jahrhundert zwischen den Städten Nürnberg und Fürth hin- und hergewandert ist. Aber auch Informationen über aktuelle Ereignisse, wie der Termin für die nächste Michaeliskirchweih, sind auf dem Online-Portal zu finden. DANIELA RAMSAUER 

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