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„Die Stadt gibt das her“

MIB verbreitet bei einer Präsentation Konsumoptimismus - 06.08.2011 22:00 Uhr

Ein gutes Omen? MIB-Geschäftsführer Uwe Laule (Mitte) präsentierte das Konzept unter einem Bildnis von Ludwig Erhard, dem in Fürth geborenen „Vater des Wirtschaftswunders“. © Martin Bartmann


Dem Oberbürgermeister stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Zweieinhalb Jahre ist es her, dass sich Thomas Jung vor 1000 Menschen, die zu einer von den FN veranstalteten Podiumsdiskussion in die Stadthalle geströmt waren, noch heftig seiner Haut erwehren musste. Damals ging es um die — später gescheiterten — Pläne von Sonae Sierra für ein Einkaufszentrum im Herzen der Stadt, das wegen seiner Ausmaße und seines Konzepts erheblichen Gegenwind provozierte.

Verglichen damit war die Präsentation neuer Entwürfe am Donnerstagabend ein Festival der guten Laune — mit zwar bisweilen kritisch nachhakendem Publikum, das aber auch Applaus spendete für das, was ihnen die MIB-Verantwortlichen sagten und zeigten. Gern dürften sie auch vernommen haben, dass der fürs Fürther Projekt zuständige Geschäftsführer Uwe Laule mit Demut versprach: MIB sei „angetreten, um sich den Vertrauensvorschuss zu verdienen“, den die Firma vom Stadtrat bekommen hat.

Keinen Zweifel hat Laule daran, dass der Einzelhandelskomplex mit seinen rund 12000 Quadratmetern Verkaufsfläche auf den Grundstücken von Park-Hotel, Fiedler und Wölfel funktionieren wird. „Fürth“, meint Laule, „ist reif.“ Denn ausgereizt sei der Markt in den Metropolen. Immer mehr rücken nach seiner Erfahrung kleinere Großstädte ins Blickfeld — ausgestattet mit reichlich Kaufkraft, aber einer im Verhältnis dazu unterentwickelten Einkaufslandschaft.

Laule wischt auch Bedenken beiseite, in Fürth sei nicht ausreichend Publikum für Qualitätsangebote vorhanden, wie etwa den von MIB geplanten Markt mit „hochwertigen Lebensmitteln“. „Die Stadt gibt das her“, beharrt Laule und lässt das Scheitern der ähnlich konzipierten Grünen Halle nicht gelten. Im Gegensatz zum Standort Südstadtpark, glaubt er, befruchten sich an der Rudolf-Breitscheid-Straße Lebensmittelmarkt und andere Anbieter gegenseitig.

Ebenso offensiv preist MIB sein Stellplatzkonzept an, das bei Kommunalpolitikern einiges Murren verursacht hat. Denn Parkplätze sieht es nur für die Mieter der Läden und Büros vor, nicht aber für Kunden. Laule rechnet vor: Rund 1300 Stellplätze sind im unmittelbaren Umfeld des künftigen Geschäftszentrums vorhanden, unter anderem in den nur einen Steinwurf entfernten Parkhäusern Friedrichstraße und Mathildenstraße; diese aber seien im Jahresschnitt nur zu 50 Prozent ausgelastet — warum also noch weiteren Parkraum schaffen? Zumal man sich doch „Passanten wünscht, die bummeln“ und die bereits vorhandenen Läden „so einbinden, dass am Schluss alle gewonnen haben“.

Ob die Zurückhaltung Bestand hat, räumen die MIB-Macher ein, hänge jedoch wesentlich von den Geschäften ab, die man für den Einkaufssschwerpunkt gewinne. Zeige sich, dass darunter etliche sind, die doch Bedarf an Parkplätzen haben, könne man sie in einer Größenordnung von bis zu 120 noch mühelos integrieren.

Apropos Geschäfte: Was genau kommen wird, darauf will sich angesichts eines noch fernen Fertigstellungsdatums von frühestens Anfang 2014 heute niemand festlegen. Die von MIB beauftragte Agentur, der Marktführer Jones Lang LaSalle, sei jedoch — wie das an die Wand projizierte Tableau belegen soll — mit vielen namhaften Filialisten im Gespräch. Wer am Ende übrig bleibt, dürfte auch maßgeblich vom anderen Fürther Einkaufstempel abhängen: Schließlich soll das modernisierte City-Center bereits ein Jahr vor dem Einkaufsschwerpunkt an den Start gehen — und dessen 26000 Quadratmeter große Fläche bietet noch mehr Raum für neue Anbieter. 

WOLFGANG HÄNDEL

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