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Die Zeit der Solarberge ist vorbei

Stiftung „Sonne für Fürth“ hat 34000 Euro ausgeschüttet — Wandel bei den Anlagen - 15.11.2013 09:00 Uhr

Schon ein Auslaufmodell: Der Solarwall an der Würzburger Straße wurde 2009 von der Stiftung „Sonne für Fürth“ errichtet. Viele Nachahmer wird das Projekt in den nächsten Jahren wohl nicht finden. © Hans-Joachim Winckler


Harsche Kritik hatte die Stadt im Herbst 2009 geerntet, als sie am nördlichen Rand der Würzburger Straße, zwischen Kieselbühl und der Abzweigung Richtung Hafen, einen 120 Meter langen Solarwall errichtete. Naturschützer beklagten die Abholzung von Bäumen und Hecken. Zudem werde, so die Gegner, durch Solaranlagen auf Freiflächen oft das Landschaftsbild zerstört. Verhindern konnten die Kritiker das Projekt jedoch nicht.

Finanziert hat den Solarwall eine eigens von der Stadt gegründete Stiftung, für das Stammkapital wurde ein Kredit aufgenommen. Der ist Jung zufolge mittlerweile abbezahlt. Darüber hinaus habe man in den vergangenen Jahren fast 40000 Euro erwirtschaftet. Rund 76000 Kilowattstunden Strom werden mit der Anlage im Jahr produziert.

34000 Euro wurden nun auf verschiedene Vereine verteilt: Sämtliche Fördervereine für Kindergärten und Schulen im Stadtgebiet bekamen je 500 Euro. 38 solcher Fördervereine sind der Stadt bekannt — 30 für Schulen, acht für Kindergärten – , somit flossen 19000 Euro in diesen Bereich. Außerdem bedacht wurden das Mütterzentrum mit 3000 Euro und das Freiwilligen Zentrum mit 12000 Euro. Vertreter der Vereine und der beiden Einrichtungen hatte Jung aus diesem Anlass am Mittwochnachmittag in den Sitzungssaal des Rathauses eingeladen. Dort kündigte er an, dass auch in den nächsten Jahren Kinder und die Freiwilligenarbeit von dem Geld profitieren sollen, das die Sonne der Stiftung beschert.

Dennoch scheint der Solarwall bereits ein Auslaufmodell zu sein: Zwar sei er überzeugt, so Jung, dass Solarenergie ein Zukunftsthema sei und auch die „Solarstadt Fürth“ Zukunft habe. Doch angesichts der Tatsache, dass die staatliche Förderung von Solarstrom bereits drastisch reduziert wurde, werde sich das Interesse künftig vor allem auf Anlagen richten, mit denen man den eigenen Strombedarf decken kann. Auf Photovoltaik-Anlagen also, die auf Dächern oder an Häusern angebracht sind – nicht auf dem freien Feld. Auch der Bereich Solarthermie werde immer wichtiger.

In Solarberge hingegen werde man wohl nicht mehr investieren, sagt Jung. Sorge, dass ihnen ihr Vorzeigeprojekt in Atzenhof bald abhanden kommt, müssen die Fürther aber nicht haben: Die Investition war auf 20 Jahre angelegt, im Dezember ist die Hälfte vorüber. Jung: „Die nächsten zehn Jahre braucht man sich keine Gedanken zu machen.“ 

Claudia Ziob

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