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Ein Architekten-Workshop mit zwei Siegern

Büros aus Leipzig und Berlin bleiben im Rennen — „So viele gute Entwürfe“ — Nachbesserungen erbeten - 11.09.2012 22:00 Uhr

Wie soll die Breitscheidstraße in Zukunft aussehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Workshops, in dem Architekten ihre Pläne für die Neubauten entwickelten, die bald Fiedler-Gebäude und Park-Hotel ersetzen sollen. © Winckler


Eigentlich sollte bis zum Abend alles geklärt sein. Doch es kam anders: Gegen 19.15 Uhr entschieden sich die Preisrichter zwar für einen ersten und einen zweiten Platz — vertagt wurde allerdings die Entscheidung, welches Architektenbüro nun vom Bauherren MIB den Auftrag für die Mitgestaltung der Neubauten an der Breitscheidstraße erhält. Stattdessen dürfen sich die Architekten aus Leipzig beziehungsweise Berlin noch einmal an die Arbeit machen.

„Wir haben so viele gute Entwürfe gesehen“, sagte MIB-Geschäftsführer Uwe Laule nach dem langen Tag auf FN-Nachfrage; insbesondere der Abstand zwischen dem Erst- und dem Zweitplatzierten sei hauchdünn. Weil die Arbeiten beider Büros ihre Befürworter fanden, haben nun beide weiter Chancen, den Auftrag zu bekommen. „Das Preisgericht wird ihnen Verbesserungsvorschläge mit auf den Weg geben“, sagte Laule, „danach wird erst die endgültige Entscheidung gefällt.“

Am seit Mai laufenden Architekten-Workshop haben, wie berichtet, auf Einladung der Firma MIB, die den Einkaufsschwerpunkt errichten wird, fünf Büros teilgenommen. Das Nürnberger Büro Niederwöhrmeier + Kief erhielt gestern spontan einen „Anerkennungspreis“, weil es, so Laule, „auch einen sehr guten Entwurf“ vorgelegt hatte. Leer gingen dagegen Dürschinger Architekten aus Fürth und Behet Bondzio Lin aus Münster aus.

Im Mittelpunkt des Workshops standen die Neubauten, die an Stelle von Park-Hotel und Fiedler-Gebäude entstehen sollen. Die Architekten waren aufgefordert, sich Gedanken um die Fassadengestaltung zu machen und dabei das bereits vorhandene Grundkonzept des Londoner Architekten James Craven — laut Laule der „Masterplaner“ des Projekts — weiterzuentwickeln. Statt eines abgeschlossenen Shopping-Centers sieht Cravens „Geschäftshaus-Modell“ Einzelhandelsgebäude vor, die sich zur Rudolf-Breitscheid-Straße hin öffnen und sich harmonisch ins Stadtbild fügen; denkmalgeschützte Bausubstanz soll dabei weitgehend erhalten bleiben.

Ab 10 Uhr beriet die Jury — dazu zählen neben Verantwortlichen der Firma MIB unter anderem Fürths Baureferent, der Stadtheimatpfleger, Abgesandte der drei Stadtratsfraktionen sowie ein Vertreter der Bürgerinitiative (BI) „Bessere Mitte“ — im Technischen Rathaus. Die Pläne der beiden Sieger, so Laule, „liegen von der Qualität her sehr nah beieinander — wenn sie auch auf völlig anderen Ansätzen beruhen“. Die Entwürfe des Leipziger Büros Weis & Volkmann zeichnen sich laut Laule „vor allem durch einen sehr behutsamen Umgang mit der denkmalgeschützten Substanz in Fürth aus“. Christofer Hornstein von der BI spricht von einer „sehr edlen Architektur“, die „den von der BI formulierten städtebaulichen Zielen in meiner Wahrnehmung am nächsten kommt“.

Nicht vollends überzeugen konnte allerdings ein mehrgeschossiger, „sehr filigraner“ (Laule) Büroturm, den die Leipziger zur Freiheit hin, an Stelle des Park-Hotels, planen. Die Preisrichter wünschen sich Laule zufolge eine „etwas andere Lösung“. Die Konkurrenz aus Berlin, Gewers & Pudewill, verbindet dagegen, wie Laule berichtet, einen ebenfalls sehr behutsamen Umgang mit dem Denkmalschutz „mit einer sehr frischen und lebendigen Gestaltung“ der neuen Gebäude. Auch hier wurden die Architekten „gebeten, Überarbeitungen vorzunehmen“. Details zu den Plänen sollen den Stadträten im Bauausschuss am 19. September vorgestellt werden. Am selben Tag soll abends eine Ausstellung zum Stand der Planungen im Stadtmuseum eröffnet werden.

Mit dem Verlauf des Architekten-Workshops, den MIB kurzfristig statt eines Architektenwettbewerbs initiiert hatte, ist Laule sehr zufrieden: „Die Auseinandersetzung mit den Entwürfen hat in diesem Kreis richtig Spaß gemacht.“

Anmerkung: Details zu den Entwürfen sowie die Entwürfe selbst will MIB erst am 19. September im Bauausschuss präsentieren. Vom 20. September bis 2. Oktober werden dann sämtliche Wettbewerbsbeiträge im Fürther Stadtmuseum öffentlich ausgestellt. Eröffnet wird die Ausstellung am Abend des 19. Septembers.

  

Claudia Ziob

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