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Einkaufsschwerpunkt: Jetzt bekommen die Architekten das Wort

Der Bauherr MIB und die Stadt Fürth bereiten Wettbewerb für die Gestaltung vor - 13.09.2011 16:00 Uhr

Zwischen Friedrichstraße und der Ecke Hallstraße (unser Bild) soll die Rudolf-Breitscheid-Straße zur schicken Fußgängerzone werden — Busverkehr allerdings inklusive. Der Architektenwettbewerb könnte auch dafür Ideen liefern. © Hans-Joachim Winckler


Im Fokus steht in erster Linie, wie die Neubauten anstelle von Park-Hotel und Fiedler-Haus aussehen werden, die beide der Abrissbirne zum Opfer fallen. Zudem erwägt der Investor MIB, auch die Gestaltung der davor verlaufenden Rudolf-Breitscheid-Straße zum Gegenstand des Wettbewerbs zu machen. Wie mehrfach berichtet, soll sich das Straßenstück zur attraktiven Fußgängerzone wandeln, durch das allerdings nach wie vor die Busse rollen müssen — das war ausdrücklicher Wunsch der Stadt, um die Anbindung der City ans öffentliche Nahverkehrsnetz weiterhin gewährleisten zu können.

Wie dies und anderes zu bewerkstelligen ist, darüber sollen verschiedene Architekten brüten. Keinen Zweifel ließ MIB-Geschäftsführer Uwe Laule gestern auf FN-Anfrage daran, dass sein Unternehmen einen sogenannten „eingeladenen Wettbewerb“ anpeilt: Dabei werden gezielt Büros mit Entwürfen beauftragt, die mit der Materie, in diesem Fall Einkaufszentren, vertraut sind. Auch der städtische Baureferent Joachim Krauße hält dieses Verfahren für sinnvoller als einen offenen Wettbewerb, bei dem die Masse von Teilnehmern schnell unüberschaubar werden könne.

Welche Vorgaben den Architekten zu machen sind, wie stark ihre Kreativität in Bahnen gelenkt werden soll, wie viele von ihnen MIB selbst bestimmen kann und wie viele die Stadt auswählen darf — unter anderem darum soll es in Arbeitskreisen gehen, die nun formiert werden.

„Offen für Vorschläge“

Laule stellt indes vorab klar: Alle Entwürfe müssen sich nach den am historischen Umfeld orientierten Proportionen richten, wie sie in einem Ende Juli vom Stadtrat abgesegneten MIB-Konzept enthalten sind. Beim Feinschliff, beim Material für Fassaden und Straßenbelag sei man hingegen „offen für Vorschläge“.

Mit Interesse wird auch die Bürgerinitiative „Bessere Mitte“ das weitere Procedere verfolgen, zumal Sprecher Christofer Hornstein selbst Architekt mit Schwerpunkt Denkmalsanierung ist. „Bei der Auswahl der Teilnehmer, vor allem aber bei der Auswahl der Jury ist darauf zu achten, dass alle Beteiligten positive Referenzen im Umgang mit historischen Städten und deren denkmalgeschützter Bausubstanz aufweisen können“, heißt es dementsprechend in einer BI-Stellungnahme.

Im kommenden Frühjahr, meint Baureferent Krauße, sei mit Ergebnissen des Wettbewerbs zu rechnen — „wenn es schnell geht“, wie er hinzufügt. Ohnehin warnt Krauße vor übertriebenen Erwartungen in der Öffentlichkeit. Wegen der langwierigen Grundsatzdiskussionen über das Projekt sei nun, nach deren Ende, bisweilen der Eindruck entstanden, das Ladenzentrum werde relativ zügig Gestalt annehmen. „Dabei haben wir doch bis dato nur eine grobe Konzeption vorliegen und übers Bauen noch nicht einmal gesprochen“, sagt Krauße.

Einen Komplex dieser Größenordnung bis ins Detail durchzukonzipieren, erfordere erheblichen Aufwand. Bis der Bebauungsplan steht, bis MIB den Bauantrag eingereicht und die Stadt ihn schließlich auch bewilligt hat, sei das Jahr vorüber. Frühestens Ende 2012 könne deshalb mit ersten Abbrucharbeiten begonnen werden, schätzt die Stadtspitze; und vor 2014 sei wohl kaum mit der Eröffnung des so heiß ersehnten Einkaufsschwerpunkts zu rechnen. 

Wolfgang Händel

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