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Einkaufsschwerpunkt: Rennen scheint gelaufen

Punktevergabe der Stadt bringt MIB an die Spitze — Auch der Projektbeirat spricht sich für die Firma aus - 24.07.2011 10:00 Uhr

Mit seinem Konzept, das den Einkaufskomplex weitgehend in die bestehende Bausubstanz einpassen möchte, konnte sich die Firma MIB offenbar an die Spitze der drei Bewerber setzen. © MIB


Nach Informationen der Fürther Nachrichten hat die Punktevergabe der Stadt, die nach einem zuvor festgelegen Kriterienkatalog erfolgte, MIB auf den ersten Platz befördert — vor den Konkurrenten ATP/Ten Brinke (Rang zwei) und der Münchner Firma Fondara. Eine entsprechende Abstimmungs-Empfehlung wird an den Stadtrat gehen. Am Donnerstagabend hat sich darüber hinaus bereits der von der Stadt eingesetzte Projektbeirat einstimmig für das Konzept von MIB ausgesprochen.

In dem Gremium, das in den vergangenen Monaten stets über die Verhandlungen zwischen der Kommune und den drei potenziellen Investoren auf dem Laufenden gehalten wurde, haben Vertreter von Handel, Wirtschaft und Bürgerinitiative „Bessere Mitte“ Stimmrecht, aber auch Abgesandte der im Stadtrat vertretenen Fraktionen. Die beiden Beiratsmitglieder von SPD und CSU enthielten sich allerdings am Donnerstag der Stimme, weil sie ihren am Dienstag über das eminent wichtige Thema beratenden Fraktionen nicht vorgreifen wollten.

Sowohl die Verantwortlichen im Rathaus als auch Parteienvertreter wollen sich vor der entscheidenden Ratssitzung nicht mehr zu Tendenzen äußern; es gilt jedoch als sicher, dass zumindest die meisten Kommunalpolitiker der SPD, die im Stadtrat über eine absolute Mehrheit verfügt, ebenfalls MIB gewogen sind. Die Grünen hatten sich, wie berichtet, bereits vergangene Woche auf dieses Unternehmen festgelegt.

Gute Einpassung

Den Ausschlag zugunsten des MIB-Entwurfs für den Einzelhandelskomplex auf den Flächen von Park-Hotel, Fiedler-Haus und Wölfel-Areal gab vor allem die darin zu erkennende, weitgehende Einpassung in die bestehende Innenstadtstruktur. ATP/Ten Brinke setzte zwar wie MIB auf ein sogenanntes Geschäftshausmodell mit eher bescheidener Verkaufsfläche von 12000 bis 13000 Quadratmetern, konnte aber mit seinem Konzept offenbar nicht in gleichem Maße überzeugen.

Fondara wird insbesondere seine mächtige Tiefgarage mit 480 Stellplätzen unter der Freiheit angekreidet. Zudem gilt der von der Firma geplante Einkaufskomplex vielen als zu dominant und zu wenig offen. Eine unerwünschte Abkopplung der restlichen Innenstadtgeschäfte wäre in den Augen der Kritiker die unvermeidliche Folge.

Entscheidende Erkenntnisse brachte nach FN-Informationen diese Woche eine Expertise, die die Kommune auf den letzten Drücker bei der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Auftrag gegeben hatte. Sie befasst sich mit der Wirtschaftlichkeit der Investorenkonzepte, und dem Vernehmen nach sieht auch die GfK den Bewerber MIB vorne.

Theoretisch könnte sich der Stadtrat nun zwar über die Empfehlungen von Stadtspitze und Projektbeirat hinwegsetzen; doch dazu müsste er die unter Federführung des Wirtschaftsreferats und des Baureferats vergebenen Punktezahlen anzweifeln und korrigieren. Zu rechnen ist damit nicht.

Alle 182 Artikel zur geplanten Aufwertung der City, die bisher in den FN erschienen sind, sowie eine Bildergalerie mit Entwürfen der Bewerber gibt es in einem speziellen Internet-Themenarchiv („Kampf um das Zentrum“) .
  

WOLFGANG HÄNDEL

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