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Erste Hilfe: Knochenbrüche ruhigstellen!

FN-Serie: Die DLRG Fürth zeigt im Video wichtige Handgriffe bei Knochenbrüchen - 23.03.2018 13:00 Uhr

Nur geschminkt: Kai Peter und Chiara Martin von der DLRG Fürth führen die sterile Abdeckung eines offenen Knochenbruchs vor. © Thomas Scherer


Erste Hilfe zu leisten bedeutet vor allem: rasch und beherzt zu handeln, wenn ein Mensch in Not ist. Was wann zu tun ist, erklären Experten in der Erste-Hilfe-Serie der FN. Wichtige Handgriffe führen sie im Video vor. Diesmal geht es um Knochenbrüche.

Der Mensch hat mehr als 200 Knochen. Die sind für gewöhnlich äußerst stabil, halten aber nicht jeden Schlag oder Unfall aus. Balancieren Erwachsene beim Gardinenaufhängen auf Hockern oder turnen Kinder auf Klettergerüsten, kann das schon mal mit einer Bruchlandung enden.

Dieter Peter, stellvertretender Vorsitzender beim Ortsverband Fürth der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG erklärt, wie Ersthelfer bei Knochenbrüchen reagieren sollten. Dabei kommt es darauf an, ob es sich um eine offene Fraktur mit sichtbarem Knochen und durchstoßener Haut oder um eine geschlossene Fraktur handelt.

Wie helfe ich bei einem offenen Knochenbruch?
Hier ist die Gefahr groß, dass durch die Wunde Krankheitserreger in den Körper eindringen. Deswegen sollte sie möglichst schnell abgedeckt werden. Am besten eignet sich ein steriles Verbandstuch, das in jedem Erste-Hilfe-Kasten zu finden ist. Beim Abdecken bitte behutsam vorgehen, der Patient hat ja starke Schmerzen.

Außerdem sollten Sie den verletzten Bereich ruhigstellen. Das gilt vor allem, wenn der Verletzte -- vielleicht mitten im Wald – nicht einfach am Unfallort sitzenbleiben und auf den Rettungsdienst warten kann. Ein gebrochener Unterarm lässt sich gut stabilisieren, indem ihn der Ersthelfer in ein Dreieckstuch bettet, dessen Enden er im Nacken des Patienten verknotet. Ist kein Dreieckstuch greifbar, tut es auch ein anderes Tuch oder ein breiter Schal.

Wie erkenne ich einen geschlossenen Knochenbruch?

Nur geschminkt: Einen geschlossenen Knochenbruch, also einen Bruch unter der Haut, kann der Laie aufgrund von Schwellungen und Verfärbungen erahnen. Im Zweifelsfalls lautet die Devise: Ruhigstellen!kennen. © Thomas Scherer


Unnatürlich verrenkte Gliedmaßen sind ein klarer Hinweis, ansonsten kann der Laie kaum wissen, ob unter der Haut tatsächlich Knochen gebrochen sind. Anzeichen dafür können Schwellungen, rötlich-bläuliche Hautverfärbungen und starke Schmerzen des Patienten im Bereich des Bruches sein.

Und dann? Was kann ich tun?
Gehen Sie als Ersthelfer im Zweifelsfall von einer Fraktur aus und bewegen Sie den Patienten so wenig wie möglich. Auch hier gilt: Stabilisieren Sie einen Armbruch mit einer Schlinge aus einem Dreieckstuch. Einen Beinbruch umpolstern Sie zum Beispiel mit Taschen und Decken. Das stellt den verletzten Bereich ruhig, bis ärztliche Hilfe kommt, und verhindert unwillkürliche Bewegungen des Patienten, der sich vielleicht unter Schmerzen krümmt.

Nehmen wir an, jemand stürzt aus einer gewissen Höhe, zum Beispiel von der Leiter oder vom Baum. Durch den Aufprall könnte die Wirbelsäule angeknackst sein...
Grundsätzlich gilt: Eine Verletzung der Wirbelsäule ist für den Laien nicht erkennbar. Haben Sie aber den Verdacht, dass genau das passiert sein könnte, dann setzen Sie bitte unbedingt einen Notruf ab.
Danach gilt:
- Ist der Patient ansprechbar, bewegen Sie ihn nicht!
- Ist er bewusstlos, atmet aber, müssen Sie ihn doch bewegen und in eine Seitenlage bringen, um seine Atemwege freizuhalten.
- Atmet er nicht mehr, müssen Sie sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen, Sie bewegen ihn also auch. Die Devise in der Ersten Hilfe aber lautet nun mal: Leben geht vor Lähmung.
  

Birgit Heidingsfelder E-Mail

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