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Ex-Textilfabrik: Bewohner befürchten noch mehr Ärger

Plötzliche Penthousepläne lösen Irritationen aus - 15.09.2016 16:00 Uhr

In der ehemaligen Textilfabrik Jean Mandel leben bereits Menschen. Die schleppende Fertigstellung der Eigentumswohnungen zehrt seit knapp zwei Jahren schon an ihren Nerven. © Foto: Athina Tsimplostefanaki


Es leben inzwischen sechs Parteien auf der Dauerbaustelle. Einige von ihnen haben dem Nürnberger Projektentwickler bereits gutgläubig den größten Teil des Kaufpreises bezahlt und können daher keinen Druck mehr auf ihn ausüben. Selbst die städtische Bauaufsicht hat mit Auflagen und Fristsetzungen bislang nicht viel erreicht. Als letzte Möglichkeit wird nun eine Nutzungsuntersagung in Erwägung gezogen. Die würde jedoch die Falschen treffen.

Während die Bewohner noch mit den Widrigkeiten eines Rohbaus kämpfen, sehen sie weitere Unannehmlichkeiten auf sich zukommen. Im Internet werden auf dem Dach des ehemaligen Firmengebäudes nämlich zwei Penthäuser mit 130 Quadratmeter Wohnfläche beworben. Der Makler bestätigt auf Anfrage der Fürther Nachrichten, dass das Angebot noch gilt. Baureferent Joachim Krauße wendet jedoch ein, dass nur die Wohnungen im Altbau genehmigt worden seien.

Der Penthausplan wurde zwar bei der Bauverwaltung eingereicht, entschieden habe man aber noch nichts. Durch das marode Eternitdach ist bereits Regenwasser in eine neu ausgebaute Wohnung im ersten Stock eingedrungen. Die Aussicht auf eine weitere Großbaustelle über ihren Köpfen lässt die Bewohner verzweifeln. Ganz abgesehen davon, dass sie beim Einzug dachten, niemand könne mehr über ihren Köpfen herumtrampeln.

In die Auseinandersetzung der Bewohner mit dem Projektentwickler will sich Fürths Baureferent nicht einmischen. Das sei eine zivilrechtliche Angelegenheit. Ein Rechtsanwalt hat den neuen Bewohner allerdings wenig Hoffnung gemacht, die Misere vor Gericht lösen zu können.

Das Areal war einst Standort der erfolgreichen Textilfabrik "Adema - Jean Mandel", deren raffinierte Modeschöpfungen auch im Ausland begehrt waren. 

Volker Dittmar

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