Donnerstag, 15.11.2018

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Experten-Urteil: Hans-Peter Miksch zum LEZ

Fünf Fachleute antworten auf drei Fragen zur Architektur - 10.03.2018 06:00 Uhr

Hans-Peter Miksch leitet die kunst galerie Fürth. © Thomas Scherer


1. Wie beurteilen Sie die ästhetische Außenwirkung des LEZ, insbesondere im Umfeld der Fürther Altstadt und des Rathauses? Ist der Baukörper an dieser Stelle gelungen?

Miksch: Der Baukörper ist für Fürther (Altstadt-)Verhältnisse ziemlich groß. Aber mittels der Fassadenfarbe betreibt der Bau Mimikry und wird in Kürze kein Aufreger mehr sein. Blickt man von Westen aus der Ludwig-Erhard-Straße auf den Kubus, glaubt man, vor der Fürther Kabaa  (quaderförmiges Gebäude im Innenhof der Moschee in Mekka/die Red.) zu stehen.

In Fürth wird oft zu bescheiden geplant – bei der Neuen Mitte etwa wünsche ich mir mindestens ein zusätzliches Stockwerk auf dem Gebäude, in dem die Innenstadtbibliothek untergebracht ist –, so dass mein Fazit lautet: Es ist gut, dass das LEZ groß geplant wurde. Da das Rathaus steingewordenes Machtzentrum der Stadt ist, darf sich ein Bau in unmittelbarer Nähe, dessen Zweck ein Loblied der Wirtschaftsgeschichte Deutschlands sein soll, nicht verstecken. Das wäre unredlich.

2. Was hätten Sie sich anders oder besser gewünscht?

Miksch: Etwas mehr Strukturierung da und dort hätte mir ebenso gut gefallen wie etwas Mut bei der Farbgebung. Der in einzelnen Partien aufgeraute Beton scheint mir eine zu banale (billige?) Lösung. Auch fehlt mir unbedingt die berühmte Trennungsfuge zwischen dem Neubau und dem Rathaus.

3. Wie stehen Sie generell zu moderner Architektur im historischen Umfeld?

Miksch: Was sollte anderes entstehen, wenn man im historischen Umfeld neu baut, als „moderne“ Architektur? Die neue Architektur sollte auch zeigen dürfen und wollen, dass sie „modern“ ist. Denn für mich sind die schlimmsten Bausünden gesichts- und charakterlose Bauten, die dazu noch von Geiz oder einem Spardiktat künden.

Hier lesen Sie die Antworten der weiteren Experten:

Gerd Frese, Architekt (raum3architekten, Nürnberg) und Vorsitzender des Baukunstbeirats der die Stadt Fürth in architektonischen Fragen berät.

 Karin Jungkunz, ehrenamtliche Fürther Stadtheimatpflegerin.

Christofer Hornstein, Architekt aus Ritzmannshof mit einem Schwerpunkt auf Denkmalpflege bzw. Denkmalschutz und Mitglied im Vorstand des Fürther Altstadtvereins.

- Peter Dürschinger, dürschinger architekten Fürth (unter anderem  Lebenhilfe-Gebäude in der Nachbarschaft des LEZ).

Ihre eigene Meinung können Sie  äußern. 

Interview: Wolfgang Händel

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