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„Extremes Interesse“ am neuen City-Center

Nach Auskunft des Investors wollen sich viele Geschäfte in das Projekt einklinken — Keine Stolpersteine - 21.01.2011 12:00 Uhr

TKN–Chef Miro Vorbauer, hier nach der Präsentation seiner Umbaupläne fürs City-Center kurz vor Weihnachten, ist bester Dinge. © Hans-Joachim Winckler


Miro Vorbauer hört sich so entspannt an, dass man geneigt ist, alle Zweifel am guten Gelingen ganz schnell ad acta zu legen. Der 38-Jährige, Chef der Immobilienfirma TKN aus Grünwald bei München, sieht in Sachen City-Center alles im grünen Bereich, nichts könne den festgelegten Zeitplan nach Stand der Dinge ins Wanken bringen.

TKN-Planer nehmen die dreigeschossige Immobilie seit Wochen akribisch unter die Lupe — und erleben dabei manche Überraschung, wie Vorbauer berichtet: Wände sind eingezogen, wo sie kein Plan ausweist, kürzlich sei man sogar auf ein Zwischengeschoss mit Haustechnik gestoßen, von dem niemand etwas ahnte.

Doch derlei kann den Investorenschwung offenbar nicht bremsen. Sein Unternehmen habe nun eine Bauvoranfrage bei der Stadt eingereicht; sie wird eine erste formale Auskunft darüber liefern, ob dem Projekt aus Sicht der Kommune etwas entgegensteht — womit kaum zu rechnen ist, denn den dringend nötigen Umbau des maroden Centers, das mit 25000 Quadratmetern die Hälfte der gesamten Verkaufsfläche im Fürther Zentrum umfasst, sehnt auch die Stadtspitze herbei.

Wie berichtet, will TKN den Komplex für 20 Millionen Euro erwerben und anschließend weitere 50 Millionen Euro in die Modernisierung stecken. Ende Januar, so Vorbauer, werde — wie vereinbart — der Kaufvertrag mit den 351 Noch-Eigentümern unterzeichnet, die Neueröffnung ist im günstigsten Fall im Frühjahr 2012, spätestens aber im Herbst, geplant.

Hoffnungen der Geschäftsleute im City-Center, sie könnten trotz der Arbeiten möglichst lange am angestammten Ort bleiben, dürften sich indes erledigt haben: Während der einjährigen Umbauphase soll das Einkaufszentrum komplett geräumt werden.

Lukrativer Standort

Danach aber soll es mit umso mehr Elan wieder losgehen. Schon unmittelbar nach dem Bekanntwerden des TKN-Engagements in Fürth vor fast fünf Wochen habe er „ein extrem starkes Interesse von Einzelhändlern“ für das City-Center verzeichnet, so Vorbauer am Mittwoch auf FN-Anfrage. Und bis heute habe es kaum nachgelassen. Vom kleinen Schmuckhändler aus der Region bis hin zur bundesweit agierenden Textilkette und zu Schuhgeschäften reiche die Palette; für die nächste Woche haben sich zwei Lebensmittel-Anbieter bei TKN angekündigt.

Für Vorbauer ist die rege Nachfrage ein weiterer Beleg dafür, dass die Einschätzung durch die Shopping-Center-Branche goldrichtig ist: Die Kleeblattstadt gilt als besonders lukrativer Standort mit erheblicher, aber nicht vor Ort abgeschöpfter Kaufkraft, dem es bis dato lediglich an den geeigneten Handelsflächen mangelte. Die will Vorbauer nun im neuen City-Center schaffen, während die Kommune selbst ihre Innenstadt mit einem weiteren „Einkaufsschwerpunkt“ links und rechts der Rudolf-Breitscheid-Straße beleben möchte.

Und auch dieses Projekt, das frühestens 2013 an den Start gehen könnte, stößt auf reichlich Resonanz. In den fünf Wochen, in denen die Stadt Fürth bisher per Zeitungsannoncen nach einem Investor und Betreiber für die Flächen suchte, haben sich inzwischen rund 60 Unternehmen beworben — weit mehr als erhofft.

 

Wolfgang Händel

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