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Fassadenkunst: Haus am Espan wird zum Hingucker

Fürths Kulturförderpreisträgerin Sascha Banck gewann Ausschreibung - 04.11.2016 10:00 Uhr

Die Frau vom Bau: Künstlerin Sascha Banck (Mitte) mit dem Modell ihrer Arbeit sowie (v.li.) Architekt Markus Hilpert, Roland Breun, Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft Fürth-Oberasbach, Stadtheimatpflegerin Karin Jungkunz und Wohnungsgenossenschafts-Vorstand Gerhard Blank. © Foto: Thomas Scherer


„Ich habe über das Viertel hier recherchiert und mich eingelesen. Natürlich bin ich auch auf die Kriegerheimsiedlung und ihre Geschichte gestoßen. Aber das ist alles schon lange her, so dass ich mich lieber der Gegenwart zugewandt habe“, erklärt Sascha Banck.

Nachdem sie herausfand, dass viele Anwohner in dem Gebiet nördlich der Pegnitz und südlich der Poppenreuther Straße älter sind und zudem einen Migrationshintergrund haben, war dies gleichsam Inspiration für ihre Arbeit. Sie entschied sich für Zugvögel und für stilisierte lange, schlanke Bäume. Die ganze Fassade wird das Bild auf der rechten Hausseite ausfüllen, vier Stockwerke, etwa 15 Meter Höhe. Es wirkt grafisch mit klassischem Touch, klaren Formen sowie festen Konturen. Das Natur-Motiv greift den nahen Pegnitzgrund auf und verlängert ihn gewissermaßen in die Straße hinein. Die Farbwahl ist prägnant und harmoniert stimmig mit dem hellen Braun der Fassade.

Die Vögel werden aus speziellem Material angefertigt und so an der Mauer befestigt, dass sie ein kleines Stück abstehen. Das erzeugt Plastizität und wirft interessante Schatten. „So ein großes Bild habe ich noch nie gemalt und auch noch nie am Bau gearbeitet, darum ist diese Aktion etwas ganz Besonders für mich“, sagt Banck, die ihr Atelier in der Karolinenstraße hat. Dass dieses Bild für alle Menschen gedacht ist und nicht in einer Galerie vor sich hinstaubt; dass einige es immerzu aus ihrem Fenster sehen werden und es bald zum Stadtbild gehört, macht die 36-Jährige, die an der Nürnberger Akademie studierte und im Oktober 2015 Künstlerin des Monats der europäischen Metropolregion Nürnberg war, froh.

Um die Finanzierung kümmert sich die 1920 gegründete Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Fürth-Oberasbach als Besitzerin des Hauses. Geschäftsführer Roland Breun: Früher war es üblich, dass Genossenschafts-Häuser mit Kunstwerken geschmückt wurden, es entspricht also unserer Tradition. Daran wollen wir anknüpfen und natürlich den Anwohnern eine Freude bereiten“. Wie viel das neue Schmuckstück am Espan kostet, will er allerdings lieber für sich behalten.

Stadtheimatpflegerin Karin Jungkunz, die die Ausschreibung organisierte und als Kuratorin mitwirkte, ergänzt: „Wir sind sehr froh, dass sich die Wohnungsgenossenschaft auf diesem Gebiet engagiert und damit ihre soziale Ausrichtung betont.“ Das sei heute gar nicht mehr selbstverständlich, „private Bauträger investieren kaum noch in Kunst am Bau, obwohl sie es sich eher leisten könnten“. Dabei seien solche Initiativen für das Stadtbild sehr wichtig und trügen zu einer Aufwertung bei. Jungkunz sieht in der Aktion der Wohnungsgenossenschaft ein Vorbild. 

CLAUDIA SCHULLER

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