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FAST-Test: Die rettende Regel beim Schlaganfall

FN-Video-Serie erklärt die Erste Hilfe beim Verdacht auf einen Hirninfarkt - 13.10.2017 17:44 Uhr

Prof. Dr. Christian Maihöfner, Leiter der Neurologie am Klinikum Fürth, erläutert am Gehirnmodell Auslöser eines Schlaganfalls. © Hans-Joachim Winckler


Erste Hilfe zu leisten bedeutet vor allem: rasch und beherzt zu handeln, wenn ein Mensch in Not ist. Was wann zu tun ist, erklären Experten in der Erste-Hilfe-Serie der Fürther Nachrichten. In Videos führen sie wichtige Handgriffe vor. Diesmal geht es um die richtige Reaktion bei einem Schlaganfall.

Ein Schlaganfall, auch Hirninfarkt, ist eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn. Durch den Sauerstoffmangel sterben in dem betroffenen Bereich mit jeder Minute mehr Nervenzellen ab. Ohne medizinische Versorgung trägt der Patient bleibende Schäden davon, etwa Lähmungen oder Sprachstörungen, schlimmstenfalls stirbt er.
Wen kann ein Schlaganfall treffen? Nach den Worten von Prof. Dr. Christian Maihöfner, Leiter der Neurologie am Klinikum Fürth, sind ältere Menschen besonders gefährdet und Männer etwas eher als Frauen. Risikofaktoren, die der einzelne beeinflussen kann, sind vor allem hoher Blutdruck, Diabetes, hohes Cholesterin, übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen, Bewegungsmangel und übermäßiger Stress.

Woran erkenne ich, dass ein Mensch einen Schlaganfall hatte und dass meine Hilfe gebraucht wird? Die Symptome sind verschieden, sagt Chefarzt Maihöfner, und hängen vor allem davon ab, an welcher Stelle im Gehirn die Durchblutungsstörung auftritt. Am häufigsten sei das Bewegungszentrum betroffen. Die Folge seien einseitige Muskelschwächen und Taubheitsgefühle bis hin zur so genannten schlaffen Lähmung. Heißt: Auf einer Körperseite hängen Arm und Bein schlaff herunter.
Möglicherweise kämpft der Patient auch auf einmal mit Sprachstörungen, hat Probleme damit, sich klar und deutlich zu artikulieren. Er nuschelt dann, redet verwaschen. Oder es fällt ihm plötzlich schwer zu verstehen, was andere sagen.

Wie kann ich helfen? Am wichtigsten ist es, den Schlaganfall möglichst schnell als solchen zu erkennen, betont Maihöfner und verweist dazu auf eine „sehr einfache“ Methode, den so genannten FAST-Test“.

Was ist der FAST-Test? Es handelt sich um einen kleinen Test in drei bis vier Schritten, den jeder Ersthelfer mit dem Patienten durchführen kann. Das Wort „fast“ bedeutet im Englischen „schnell“ und steht hier für die rasche Hilfe. Zugleich ist F-A-S-T eine Abkürzung.
Das F steht für englisch Face, also Gesicht. Man bittet den Patienten zu lächeln und schaut, ob sich die Gesichtszüge dabei symmetrisch verändern oder nicht. Hängt beim Lächeln ein Mundwinkel nach unten, wäre das ein Hinweis auf einen Schlaganfall.

Zusammen mit Ekaterina Prusinskaia, Medizinstudentin im Praktischen Jahr, demonstriert Prof. Dr. Christian Maihöfner, Leiter der Neurologie am Klinikum Fürth, den FAST-Test zur Erkennung eines Schlaganfalls. Hier bittet er die Studentin, beide Arme zu heben. Würde ein Arm unwillkürlich absinken, wäre das ein Indiz für einen Schlaganfall. © Hans-Joachim Winckler


Das A steht für Arms, also Arme. Man fordert den Patienten auf, beide Arme vor dem Körper bis auf Schulterhöhe anzuheben und beobachtet, ob er diese Position halten kann oder ob womöglich ein Arm unwillkürlich absinkt.
Das S steht für Speech oder Sprache. Dabei soll der Patient einen Satz nachsprechen. Er muss diesen Satz also einerseits verstehen und andererseits gut artikulieren können. Eine verwaschene Sprache wäre ebenfalls ein Indiz für einen Schlaganfall.
Das T schließlich steht für Time (Zeit). Es bedeutet: Ist eines der genannten Symptome positiv, muss der Ersthelfer schnell handeln und den Rettungsdienst rufen, damit der Patient möglichst zeitnah in eine Neurologische Klinik transportiert werden kann. Dort findet die Behandlung in den ersten Tagen auf einer auf Schlaganfälle spezialisierten Station, der sogenannten Stroke Unit, statt. 

Birgit Heidingsfelder E-Mail

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