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Film der Generationen

Junge Veitsbronner sammelten Anekdoten von früher - 20.06.2014 06:00 Uhr

Die Dorfmitte von Veitsbronn mit der Veitskirche im Hintergrund - wie es früher war, interessiert drei junge Filmer aus dem Ort. © Repro: Steffen Robens


Alte Veitsbronner traten vor die Kamera ihrer jungen Mitbürger, um sich an früher zu erinnern. Meist schmissig, gelegentlich auch ein wenig schleppend erzählen die Urgesteine der Gemeinde aus ihren Jugendtagen.

Der Streifen zeigt, dass das durchaus amüsant sein kann. Etwa die ungewöhnlichen pädagogischen Methoden des Dorfpolizisten, dem drei Kinder auf nur einem Fahrrad missfielen. Die Respektsperson in Uniform stellte den Fahrer vor die Wahl: eine Ohrfeige oder ein konfisziertes Rad.

Da eine Ohrfeige dem „Übeltäter“ weniger Schmerz bedeutete als das folgende Theater im Elternhaus und der Verzicht auf das Rad, wurde entsprechend gewählt. Immer wieder lachen einzelne Besucher, denn sie sind Insider und kennen so manche Anekdote aus eigener Anschauung.

Der Film beleuchtet viele Details aus der Veitsbronner Vergangenheit, wie das Lager der US-Armee vor dem Dorf. Dort wurden Kondome aus einem Versorgungszug für die Army geklaut. An die Streiche und schier endlos langen Sommertage im örtlichen Schwimmbad erinnert man sich gerne, aber auch an die diversen Brände, die den Ort heimsuchten.

Längst vergessene Ereignisse wie das große Zugunglück vom 10. Juni 1928 ruft der Film wieder ins Gedächtnis der Besucher. Damals starben 24 Menschen, als eine Dampflok entgleiste und die Böschung hinabfuhr.

Besonderes Dokument

Die drei Veitsbronner, die das Filmprojekt umsetzten, haben damit ein besondere Zeitdokument für die lokale Geschichtsschreibung geschaffen: Simon Hummel (19), Kilian Beck (19) und Moritz Luzner (20) fanden es schade, nichts über die Vergangenheit ihres Dorfes zu wissen. Den Umgang mit der Kamera erlernten sie dafür selbstständig. An neun Drehtagen entstanden mit geliehenem Equipment sechs Stunden Videomaterial.

Mit ihrem Film treten sie beim Deutschen Jugendvideopreis in der Kategorie Generationenfilm an, nominiert ist er bereits. Die Entscheidung, ob das Veitsbronner Werk als preiswürdig gilt, fällt Ende Juni in Halle an der Saale.  

STEFFEN ROBENS

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