Mittwoch, 14.11.2018

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Frankens Oscar-Hoffnung: Tobias Rosen zittert in Hollywood

Für den 34-Jährigen könnte Sonntagnacht ein Traum in Erfüllung gehen - 04.03.2018 13:51 Uhr

 

Begehrte Trophäe: Bekommt Tobias Rosen heute Nacht einen der Goldjungen? © Mike Nelson/dpa


Von der Theatergruppe des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Oberasbach nach Hollywood? Klingt fantastisch. Für Tobias Rosen ist der Traum wahr geworden. Ein Katzensprung war das nicht, doch der 34-Jährige hat seit seiner Schulzeit stets sehr genau gewusst, was er will.

Das war zum Beispiel dieser Film: "Watu Wote – All of us" ist Rosens Abschlussarbeit an der Hamburg Media School, den er gemeinsam mit Regisseurin Katja Benrath, Kameramann Felix Striegel und Autorin Julia Drache realisierte und für den das deutsch-kenianische Team im Oktober 2017 unter anderem bereits mit mit dem begehrten Studenten-Oscar geehrt wurde.

Zurück an alter Wirkungsstätte: Im Bonhoeffer-Gymnasium präsentierte Tobias Rosen kürzlich „Watu Wote“, 2003 hat er hier sein Abitur gemacht. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Jetzt gehört ihr Werk in der Kategorie Live-Action-Kurzfilm zu den fünf Anwärtern auf die wichtigste cineastische Auszeichnung überhaupt.  Wie erlebt Tobias Rosen, der seit vier Tagen in Los Angeles ist, die wachsende Aufregung, die endlosen Interviews, die Begegnungen mit Kollegen aus aller Welt und den ununterbrochenen Rummel? "Es ist großartig – und ein bisschen surreal."Gedreht wurde die dramatische Geschichte nach einer wahren Begebenheit in Kenia. Das Land wird seit vielen Jahren durch Anschläge der islamischen Al-Shabaab erschüttert. Im Dezember 2015 setzten sich die Passagiere eines Busses gegen den Angriff von Terroristen zur Wehr: Die muslimischen Reisenden weigerten sich trotz martialischer Drohungen und Waffengewalt, die christlichen Passagiere preiszugeben.

Gefährliche Arbeit an der Grenze

Die Arbeit war schwierig und zeitweise extrem gefährlich: "Das Vertrauen meines Teams, das mir bis an die Grenze zu Somalia gefolgt ist und mir dabei im wahrsten Sinne sein Leben anvertraut hat, werde ich nie vergessen", sagt Rosen, der seine Kindheit mit seiner Familie in Südafrika verbrachte.

Schon während seiner Schulzeit in Oberasbach stand er zum Beispiel bei den Klosterhofspielen in Langenzenn auf der Bühne. Vom Theaterverein Fürth bekam er 2005 den Talentpreis – gemeinsam mit Christin Balogh, die seit 2013 zu den Stars der ARD-Telenovela "Sturm der Liebe" zählt. Nach seinem Schauspielstudium in München ging Tobias Tosen nach Lüneburg und spielte im dortigen Studio bis 2014 in 848 Folgen der TV-Serie "Rote Rosen" im Ersten den blondgelockten "Surferboy Mick".

Zu den ersten Programmpunkten rund um den Oscar gehörte für Rosen der traditionelle Lunch der Nominierten, samt dem gemeinsamen "Klassenfoto". Ein Termin, bei dem er unter anderem auf Meryl Streep und Steven Spielberg traf. Längst geklärt ist freilich auch die Anzugfrage: Sein Smoking ist vom Label "Herr von Eden".

Im Dolby Theatre in Los Angeles wird er heute Nacht unter anderem mit Regisseurin Katja Benrath, der kenianischen Produktionsleiterin Krysteen Savane und die Schauspielerin Adelyn Nimo darauf warten, ob der alles entscheidende Satz fällt. Gewonnen, sagt er, haben sie alle aber schon längst: "Allein durch die Nominierung sind für uns plötzlich Türen aufgegangen, an die wir vorher gar nicht zu klopfen gewagt hätten."

  

SABINE REMPE Fürther Nachrichten

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