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Fürth: Neue Tauschbörse für Hilfeleistungen

Das Mütterzentrum vermittelt jetzt auch nachbarschaftliche Unterstützung für Senioren - 20.04.2015 21:00 Uhr

Vielen Senioren hilft es im Alltag ungemein, wenn sie Unterstützung bei kleinen Tätigkeiten im Haushalt bekommen oder jemanden zum Reden haben. © Archivfoto: dpa


Anne-Lena Heuser ist Ergotherapeutin und hat in ihrem Beruf viele alte Menschen kennengelernt, die eigentlich Hilfe bräuchten. Meist ist es gar nicht viel, was ihnen fehlt: Jemand, der für sie einen Einkauf erledigt, das Rezept bei der Apotheke einlöst, eine neue Glühbirne in die Lampe schraubt oder einfach auf ein kleines Schwätzchen vorbeikommt, damit der Tag nicht zu lang und einsam ist. Als Heuser dann auf die Ausschreibung stieß, dass das Mütterzentrum jemand für die Einrichtung eines Freiwilligendienstes für solche älteren Menschen sucht, hat sie sich sofort beworben.

Seit Anfang April nun ist Heuser, die inzwischen Soziale Arbeit studiert, gemeinsam mit ihrer Kollegin Cornelia Erndt für die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe „Komm & Hilf“ zuständig. Das System, das dahintersteckt, ist so einfach wie wirkungsvoll: Beim Mütterzentrum melden sich einerseits Menschen, die Hilfe benötigen, und andererseits solche, die ehrenamtlich ihre Unterstützung anbieten. Heuser und Erndt prüfen dann, wer zusammenpasst und vermitteln den Kontakt.

Bislang ist die Kartei der Nachbarschaftshilfe noch recht überschaubar, vor allem an Freiwilligen mangelt es noch etwas. Dabei kann sich jeder melden, der ein wenig Gespür für andere Menschen mitbringt und etwas Zeit für die ehrenamtliche Aufgabe übrig hat. Die meisten freiwilligen Nachbarschaftshelfer dürften selbst schon im fortgeschrittenen Alter sein. Um die 60, fit und in Rente, schätzt Heuser die Interessenten an der ehrenamtlichen Tätigkeit ein.

Daran, dass dieses Konzept der Unterstützung sinnvoll ist, zweifelt sie nicht. Viele Senioren leben in Städten, weil sie sich dort gut versorgt sehen, sagt Heuser. Sie glaubt aber nicht, dass das zwangsläufig immer so ist: „Es gibt jede Menge einsamer Senioren, die nie Besuch bekommen oder ihre Wohnung nicht mehr verlassen können.“ Für sie sei es ein Lichtblick, jemanden zum Reden zu haben.

Finanziell gefördert wird „Komm und Hilf“ übrigens vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. Auf ein Jahr begrenzt sind die Mittel zunächst, läuft das Projekt gut an, gibt es Verlängerung. Ganz neu ist die Idee der Nachbarschaftshilfe in Fürth nicht mehr: Das Freiwilligenzentrum bietet unter dem Begriff „Zeit für Nachbarn“ eine ähnliche Plattform an.

Wer Hilfe braucht oder aber sie anbieten möchte, kann sich donnerstags von 11.30 bis 14.30 Uhr oder freitags von 9 bis 12 Uhr im Mütterzentrum unter der Telefonnummer (09 11) 77 27 99 melden.

  

Gwendolyn Kuhn

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