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Fürth: Stadtteil-Feen sollen in Kitas helfen

Das Mütterzentrum baut sein Betreuungsnetzwerk weiter aus - 11.03.2017 10:00 Uhr

Kinderbetreuung in Randzeiten ist noch immer problematisch. In Fürth sollen sogenannte „Stadtteil-Feen“ in Kindertagesstätten kurzfristig Nothilfe leisten. © Foto: dpa


Das IHK-Gremium hat das Angebot von Anfang an unterstützt. Wie der Vorsitzende des örtlichen IHK-Gremiums Gerhard Fuchs bei einer Zwischenbilanz anmerkt, zieht es Kreise, denn auch andere Familienbündnisse hätten bereits Interesse an einer Kooperation signalisiert. Das bayerische Sozialministerium fördert das Projekt zwei Jahre lang. Fürth ist eine von fünf Modellstädten im Freistaat.

"Der Standort ist gut ausgewählt, weil wir schon ein ganz tolles Netzwerk in unserer Stadt haben, das auf Augenhöhe arbeitet", sagt Mütterzentrumsleiterin Kerstin Wenzl. Rund sechs Mal am Tag, mit steigender Tendenz, klingelt beim Betreuungsnetzwerk das Telefon. Dann geht es für Projektleiterin Dorothea Schieche und Kerstin Wenzl darum, die überwiegend weiblichen Anruferinnen zu beraten.

Sie bringen die Betreuer und Familien zusammen, wenn beispielsweise Kinder nach der Schule ansonsten alleine zuhause wären, leisten unterstützende Hilfe, wenn Angehörige gepflegt werden müssen, und sie sorgen für die Überbrückung von Randzeiten. Das ist etwa dann der Fall, wenn die Kindertagesstätte erst um 7.30 Uhr aufmacht, die Frau aber in der Frühschicht arbeitet. Um hier Abhilfe zu schaffen, ist geplant "Stadtteil-Feen" einzusetzen.

Vor allem dort, wo momentan neuer Wohnraum entsteht und es viele Familien hinzieht, etwa in die Süd- oder Innenstadt. "Für uns gilt es zu ermitteln, wo Bedarf besteht und wo Anfragen herkommen", sagt Schieche. Die Idee: Die Betreuung der Buben und Mädchen in den Kindertagesstätten übernimmt nicht das Stammpersonal, sondern für eine Stunde bis zum Dienstbeginn der Erzieherinnen springen die Stadtteil-Feen ein.

Vermittler am Arbeitsplatz

Das Netzwerk kümmert sich aber nicht nur um Frauen in Fürth: Es arbeitet auch landkreisweit, wenn die Mütter in Fürth arbeiten gehen. "Nicht alle Arbeitnehmerinnen trauen sich, den Vorgesetzten auf Probleme bei der Kinderbetreuung anzusprechen, gerade wenn sie vielleicht ganz neu im Unternehmen sind", erklärt Wenzl. "Hier können wir als Vermittler einspringen. Verantwortliche im Betrieb zeigen eine große Offenheit uns gegenüber." Für die Unternehmen ist das Entgegenkommen für Mitarbeiter – in Zeiten des Fachkräfte- und Auszubildendenmangels – natürlich keine Einbahnstraße. Sie wissen, wie wertvoll gutes Personal ist.

Für die kommenden Monate hat sich das Betreuungsnetzwerk vor allem vorgenommen, die vielen Angebote noch mehr an die Frau und den Mann zu bringen. Zum Beispiel die "haushaltsnahen Dienstleistungen". Dabei werden berufstätige Frauen bei der Hausarbeit entlastet und der Schwarzarbeit wird der Kampf angesagt. So könnten neue sozialversicherungspflichtige Jobs in Privathaushalten entstehen.

Weitere Informationen unter www.muetterzentrum-fuerth.de und www.fuerther-buendnis-fuer-familien.de  

fn

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