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Fürther Kaufkraft fließt zu stark ab

Aktuelle Erhebung zeigt die Kundenströme auf — Nürnberg hat Magnetwirkung - 21.11.2011 16:00 Uhr

Ein Blick in Fürths Fußgängerzone: Nach den Zahlen der neuesten Erhebung ist die Kundenfrequenz verglichen mit Top- Adressen in den Nachbarstädten bescheiden. © Winckler


Wie berichtet, liegt das Einkaufspotenzial nach den von JLL ermittelten Zahlen in Nürnberg, Fürth und Erlangen generell über dem Bundesdurchschnitt; in den beiden kleineren Städten aber ist es nochmals deutlich höher als in der Noris: Bei der „Kaufkraftkennziffer“, die laut JLL anhand der Einkommen die Konsumfähigkeit der ortsansässigen Bevölkerung wiedergibt, kommt Fürth auf 105,2 und Erlangen auf bundesweit herausragende 114,4. Nürnberg schafft gerade mal den Wert 102,6.

Dem jedoch steht gegenüber, dass Nürnbergs Handel offenbar enorme Sogwirkung auf die Kundschaft in der ganzen Region ausübt. Die Folge: Insbesondere die Fürther geben ihr Geld gern jenseits der Stadtgrenze aus, weil dort das deutlich vielfältigere Einkaufsangebot lockt. Das lässt auch die Kundenfrequenz in den Top-Einkaufsstraßen vermuten, die JLL an den Samstagen des 16. April und des 10. Mai dieses Jahres durch punktuelle Messungen zwischen 13 und 14 Uhr ermitteln ließ — in einer Zeit freilich, wie man aus lokaler Sicht einschränkend hinzufügen muss, in der etliche Fürther Geschäfte bereits geschlossen haben.

In der Schwabacher Straße wurden in dieser Stunde ganze 985 Passanten gezählt, während es in Nürnbergs Breiter Gasse stolze 6300 waren und in Erlangens Nürnberger Straße immerhin noch 2440.

Wie gut Fürth ohne gravierende Kundenverluste an die Nachbarn dastehen könnte, zeigt eine andere Zahl. Bei der sogenannten „Einzelhandelszentralität“ nämlich kommt Fürth auf den sehr respektablen Wert von 121,4. Zur Erklärung: Jeder Wert höher als 100 besagt, dass die Kaufkraftzuflüsse aus dem Umland die Abflüsse aus dem Stadtgebiet noch immer übersteigen. Nürnberg liegt hier bei 136,2, Erlangen bei 124,8.

Aus Fürther Sicht bestätigt all das die eingeschlagene Strategie, die Planung des neuen Einkaufsschwerpunkts an der Rudolf-Breitscheid-Straße zu forcieren, der jedoch erst 2014 für eine Belebung sorgen wird. Schon vorher könnte die angekündigte Modernisierung des City-Centers — Beginn Januar 2012, geplanter Abschluss Anfang 2013 — mehr Attraktivität in die Einkaufslandschaft bringen. 

Wolfgang Händel

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