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Fürther können für eine Saison Winzer sein

Das Projekt „Erlebnis Weinberg“ nimmt neuen Anlauf — Bamberg wird zum Schauplatz - 10.02.2016 21:00 Uhr

Der Fürther Walter Moßner sucht sich für sein Hobby regelmäßig Mitstreiter. Gemeinsam mit ihnen bewirtschaftet er gepachtete Weinstöcke und teilt das Ergebnis harter Arbeit. © Foto: Karlheinz Haltner


Die Idee, einen Weinberg zu pachten, kam Walter Moßner zum ersten Mal vor zehn Jahren. Spätestens seit der Werbeprofi 2003 mit dem Spruch „Der mit der Sonne tanzt“ einen Ideenwettbewerb des Fränkischen Weinbauverbandes gewonnen hatte, sei er „weinaffin“ geworden. Moßner wollte also nicht nur Silvaner, Riesling und Co. genießen, sondern mehr über Anbau und Herkunft erfahren und natürlich selbst Hand anlegen.

2006 startete der Fürther deshalb sein Projekt „Erlebnis Weinberg“, an dem jedes Jahr gut 20 Liebhaber des Rebensaftes teilhaben können. Gleich aus der ersten Lese wurde übrigens Fürths Jubiläumswein zur 1000-Jahr-Feier 2007 gekeltert. Seither wechselt er jedes Jahr Winzer, Rebsorte, Standort und Landschaft. Nach Iphofen im vergangenen Jahr hat er sich heuer mit Bamberg in einer Stadt eingemietet, die überregional eher für ihre Biervielfalt als für ihren Wein bekannt ist.

Doch wie in Fürth wurde einst auch in der oberfränkischen Domstadt Wein angebaut. „Anlässlich der Landesgartenschau 2012 hat man im Garten des ehemaligen Klosters St. Michael wieder Reben kultiviert“, erläutert Moßner. Federführend war dabei der junge Winzer Martin Bauerschmitt aus Zeil-Ziegelanger am Main. Moßner nahm Kontakt zu ihm auf und nun werden beide den nächsten Jahrgang gemeinsam bis zur Verkostung des ersten Jungweins begleiten.

Unterstützt werden sie dabei unter anderem von Ilse und Peter Kiefer. Die beiden Fürther waren schon bei den Anfängen von „Erlebnis Weinberg“ dabei und wollen es nach ein paar Jahren Pause heuer wieder wissen. „Wir sind dem Produkt Wein verfallen“, erklärt Peter Kiefer begeistert. Der pensionierte Lehrer redet damit natürlich nicht dem überzogenen Alkoholkonsum das Wort. „Es ist wunderbar, regelmäßig draußen in der Natur zu sein und den Wein beim Entstehen zu begleiten“, stellt er klar.

Flüssiger Lohn

Vom ersten Rebenschnitt im Februar über die Blüte im April und das Anbinden loser Triebe im Frühsommer bis zur Ernte im Herbst: „Man erlebt das Naturprodukt hautnah und ist dabei stets in einer geselligen Runde.“ Dabei sind die Hobbywinzer keine billigen Hilfskräfte, sondern lernen viel über Böden, Landschaften, Klima und schließlich den Ausbau des Weins im Keller. Lohn der Mühen sind pro Anteilseigner 90 Flaschen als Weinpaket. „Mit eigenem Etikett“, erzählt Peter Kiefer voller Vorfreude. „Da weiß man immer, was man zu Besuchen bei Verwandten oder Freunden mitbringt“, sagt er augenzwinkernd.

Wer sich in diesem Jahr am Erlebnis Weinberg unter dem Motto „Mitwinzern im Weltkulturerbe“ beteiligen möchte, kann sich unter www.erlebnis-weinberg.de informieren. „Noch haben wir ein paar Plätze frei“, betont Walter Moßner. Allzu lange zögern sollten Interessierte jedoch nicht. Bereits am Samstag, 5. März, fällt unterhalb des Bamberger Doms der Startschuss für dieses Weinseminar der besonderen Art. 

Armin Leberzammer

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