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Fürther Pegida-Aktivist: Ein geistiger Brandstifter

Verfassungsschutz stuft Gernot Tegetmeyer als Rechtsextremisten ein - 07.07.2016 12:20 Uhr

In Nürnberg hat Pegida schon mehrere "Spaziergänge" unternommen. © Edgar Pfrogner


Wie berichtet, wohnt Tegetmeyer in Fürth und organisiert regelmäßig die Nürnberger Pegida-Kundgebungen. Die Demo in Fürth, wo Pegida erstmals in Erscheinung tritt, wird als „21. Nürnberger Stadtspaziergang“ beworben. Formal handelt es sich um eine Veranstaltung der Pegida Mittelfranken, doch firmiert diese auf Facebook unter Pegida Nürnberg.

Auf FN-Anfrage hieß es denn auch vom Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz: Die Veranstaltung sei „klar der von uns beobachteten Gruppierung Pegida Nürnberg zuzuordnen“. Die Gruppierung wolle mit dem Schritt in die Nachbarstadt „offensichtlich über die Stadt Nürnberg hinaus in der Metropolregion Präsenz zeigen“. An den Kundgebungen der Pegida Nürnberg hätten sich zuletzt rund 80 Personen beteiligt.

Bei diesen Veranstaltungen ist nach Beobachtung von Rechtsextremismus-Expertin Birgit Mair „regelmäßig ein gutes Dutzend stadtbekannter Neonazis rund um Dan Eising (Die Rechte/Nügida) vertreten. Eising war Mitinitiator der Hetz-Demo gegen Flüchtlinge am vorigen Samstag in Zirndorf. 25 Rechtsradikalen boten dort 800 Menschen unter dem Motto „Zirndorf heißt willkommen“ die Stirn.

Tegetmeyer, der aus Österreich stammen und Polizeibeamter gewesen sein soll, war bis zu seinem Parteiaustritt 2015 in Bayern stellvertretender Landesvorsitzender der vom Verfassungsschutz observierten rechtspopulistischen und muslimfeindlichen Partei Die Freiheit. Laut Mair agitiert er vor allem gegen Migranten, Muslime und Türken, benutzt völkisch-nationalistisches Vokabular und bedient sich einer nazistischen Ideologie.

Auch wenn sich der Pegida-Aktivist schon mal von Neonazis distanziert – etwa von der Kleinpartei Der dritte Weg, die in Fürth bereits aufgetreten ist und als Nachfolgeorganisation des verbotenen Freien Netzes Süd gilt: Mair sieht in ihm dennoch einen „geistigen Brandstifter“, vom Verfassungsschutz eingestuft als „Extremist, der in der verfassungsschutzrelevanten islamfeindlichen Szene in Bayern aktiv ist“. Unterstützt von der Stadt ruft das Fürther Bündnis gegen Rechts heute um 18.30 Uhr (Bahnhofplatz) zur Gegendemo auf.

Bilderstrecke zum Thema

Bunt gegen braun: Zirndorfer protestierten gegen Rechte-Demo

Die Zirndorfer zeigten am Samstag Flagge gegen Rechts: Neonazis zogen zur Zentralen Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber. Zirka 800 Gegendemonstranten hatten sich am Nachmittag auf dem Zirndorfer Markplatz versammelt, um ein Zeichen zu setzen. Vor der ZAE trafen beide Gruppen aufeinander.


 

hbi

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