13°C
Dienstag, 21.05. - 10:57 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

Großes Entsetzen nach dem Überfall

Attacke auf Fanbusse: Augenzeuge berichtet von Panik — Fanbetreuer: „Das hat mit Fußball nichts zu tun“ - 05.02.2013 11:13 Uhr

FÜRTH  - Der Angriff auf vier Fürther Fanbusse an einer Rastanlage hat großes Entsetzen ausgelöst. Während Innenminister Joachim Herrmann „harte Konsequenzen bis hin zu lebenslangen Stadionverboten“ fordert, appelliert der Fanbeauftragte der SpVgg ans Kleeblatt-Lager, von Rache-Aktionen abzusehen. Eingebrannt haben sich die Eindrücke der Nacht ins Gedächtnis von Augenzeugen. Ein Busfahrer sagt: „Wir hatten Angst um unser Leben.“

Als alles vorbei war, fiel die Bilanz der Polizei noch relativ glimpflich aus. Immerhin gab es offenbar keine Verletzten. Der Sachschaden aber war hoch, die Beamten schätzen ihn auf bis zu 40000 Euro.


Bilderstrecke zum Thema
Samstagnacht wurden an der Raststätte Steigerwald-Süd vier Fanbusse der SpVgg Greuther Fürth überfallen. Die Busse wurden offenbar mit Flaschen und Steinen beworfen, mehrere Scheiben gingen zu Bruch. Zwei Tage später, am 4. Februar, suchten 30 Beamte der Bereitschaftspolizei Würzburg sowie die Sonderermittler die Raststätte nach weiteren Spuren ab.



Wie es ausgehen würde, wusste freilich noch keiner, als gegen 23.45 Uhr in der Einsatzzentrale zahlreiche Notrufe eingingen. In diesen Minuten spielten sich Szenen ab, die Roland Richter zu den schrecklichsten in seinem Leben zählt: „Das war wie im Bürgerkrieg, überall rote Flammen“. Der 44-jährige Fürther fuhr einen der Fanbusse, die auf der Heimfahrt vom Auswärtsspiel in Gelsenkirchen auf der Rastanlage Steigerwald-Süd an der A3 Pause machten.

Richter stand vor dem Bus, als er „Geschrei“ hörte. Er sah sich um und bemerkte, dass „aus dem Wald“ eine Menge dunkler Gestalten, „vermummt und mit Bengalos“, auf die Reisegruppe zu kam. Richter glaubt, dass es weit mehr als 50 Personen waren. Die Kleeblatt-Fans beeilten sich daraufhin, in die Busse zu kommen. Richter half einem achtjährigen Mädchen hinein, schloss schnell die Türen. „Dann flogen die ersten Flaschen.“


Er wollte sofort losfahren, sagt Richter, doch die Angreifer stellten sich in den Weg. Ein Bengalo landete unter seinem Bus, ein Mann schmiss sich gegen die Frontscheibe. Draußen wurde mit Steinen und Ästen geworfen, drinnen herrschte Panik: „Alle haben geschrieen. Die Schreie habe ich immer noch im Ohr, das waren Todesängste.“ Ein kleiner Junge habe sich am Geländer neben den Stufen festgeklammert. Richter beobachtete, wie an einem anderen Bus Scheiben zu Bruch gingen und eine Fackel hinterhergeworfen wurde, die glücklicherweise ihr Ziel verfehlte: „Ich war sprachlos. Das war wie ein Mordanschlag.“

Video zum Thema
3.2.13: Großeinsatz an der A3: In der Nacht von Samstag auf Sonntag griffen an der Rastanlage Steigerwald Süd über 50 vermummte Personen Fans der SpVgg Greuther Fürth an. Diese verschanzten sich in ihren Bussen. Bericht: nordbayern.de, Kamera: News5.



Rund 100 Fans, die zu den „Sportfreunden Ronhof“ zählen, hielten sich in Richters Doppeldecker auf. Kinder und Jugendliche waren darunter, Pärchen und ältere Menschen, „ganz normale Fans“, sagt er. Die „Sportfreunde“ machten an der Rastanlage gemeinsam mit den „Horidos“ Halt — die waren wohl das Ziel des Angriffs, vermutet Richter.

Entsetzt ist auch sein Chef Elmar Singer, Geschäftsführer von Schmetterling Reisen. „Schlimm und traurig ist, was da passiert ist.“ Regelmäßig transportieren die Busse des Unternehmens Kleeblatt-Fans zu Auswärtsspielen, nie habe es Probleme gegeben. „Das sind ganz normale Familien“, sagt Singer. Für ihn steht fest, dass der Überfall Konsequenzen haben muss; man müsse über polizeiliche Begleiter nachdenken und über „drastische Maßnahmen, die wirklich abschreckend wirken“.

Noch kann die Polizei, die gestern in der Umgebung der Raststätte nach Spuren suchte, nicht bestätigen, dass die Angreifer aus der Fanszene des 1.FC Nürnberg stammen. Der Verdacht aber liege auf der Hand, sagte ein Sprecher. Nürnberger und Schalker Fans verbindet eine intensive Freundschaft. Das habe dem Spiel natürlich Brisanz verliehen, sagt Nicolas Heckel, Fanbeauftragter der SpVgg. Aber bei aller Rivalität: „Dass das so eskaliert, hat mit Fußball nichts mehr zu tun.“ Es bedürfe „einiger krimineller Energie, im Wald zu warten. Für so eine Aktion haben wir kein Verständnis.“ Heckel weiter: „50 Mann ziehen jetzt den Ruf von 40000 Fans in den Schmutz.“



Weil sich Ultras mitunter zu Schlägereien verabreden, kursieren bereits entsprechende Gerüchte. Ebenso wie die Ermittler geht Heckel aber davon aus, dass die SpVgg-Fans abgepasst wurden. Die Raststätte sei ein beliebter Haltepunkt, dort steigen oft Fans aus Westmittelfranken ein und aus.

Heckel setzt nun auf die Vernunft der Fans: „Man kann nur appellieren, dass die Leute jetzt besonnen sind. Racheaktionen will keiner.“



  

Claudia Ziob/Achim Bergmann


Ihr Kommentar

Name:
 
 Bitte beachten Sie unsere Netiquette.
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.


Aktueller Zeitungstitel Fürther Nachrichten
  • Der Popstar sagt bye-bye: Wolfgang Laaß über das Phänomen David Beckham
  • Mit oder ohne Dürer: Touristen ist der Historische Rathaussaal ein wenig "zu nackert"
  • Mühsal des Abzugs: Georg Escher erklärt, warum die Rückkehr aus Afghanistan gefährlich ist
Grillplätze in der Region
Grillplätze
Karte zum Öffnen anklicken
Nachrichten aus der Region
Alle Regionen

10:33 Uhr:
09:00 Uhr:

flirt.nbi
Baustellen in der Region
Karte zum Öffnen anklicken

Brightcove Video Lokal Regional

Sägenhaft. Stadttheater Fürth

Augenblick mal - Der Fürth Blog

Kultig, manchmal ein bisschen eigen, auf jeden Fall aber liebenswert: So ist Fürth, und so sind die Fürther. Facetten der kleinen Großstadt mit Herz beleuchtet dieser Blog.

Moststraße
Täglich frisch aus der Lokalredaktion, die Kolumne der Fürther Nachrichten. Schmunzeln Sie mit.

Aktuelle Gewinnspiele
Aktuelle Gewinnspiele
Lese-Tipps im Mai:
Wir verlosen Bücher.

Konzert-Highlights im Mai:
Wir verlosen Tickets.

Festivals in der Region:
Wir verlosen Tickets.

User-Kommentare
Suche wird durchgeführt...

Fußball in der Region
Fußball in der Region
Spielberichte, Statistiken und Hintergründe von der Regionalliga bis zur B-Klasse. Umfassend, aktuell und kompetent.
Infografik: Der Fürther Stadtrat
Infografik: Der Fürther Stadtrat (zum Öffnen anklicken)

Glabsders naa
Jede Woche greifen wir in den Fürther Landkreis-Nachrichten Witziges, Ärgerliches und Kurioses auf.

Fußballtippspiel
Suche wird durchgeführt...