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Hallo Nachbar! Fürth plant Stadtteilnetzwerke

Die Stadt will das soziale Miteinander verbessern und Engagement verbinden - 16.05.2017 11:00 Uhr

Hoffnungsvolle Ansätze gibt es bereits - etwa den Nachbarschaftstreff in der Südstadt, der wie hier immer wieder zum mobilen Bürgertreff einlädt. © Scherer


Nicht überall in Fürth sieht das Sozialreferat Handlungsbedarf. In Vororten etwa sorgen schon gut etablierte Vereine für den sozialen Zusammenhalt. Unter 18 Stadtbezirken hat das Sozialamt Defizite ermittelt in der Südstadt, im Bereich Hardhöhe, Scherbsgraben, Billinganlage sowie in der Ost- und Innenstadt. Hier sollen das ehrenamtliche Engagement gefördert, Beratungsangebote organisiert und Treffpunkte auf die Beine gestellt werden. Ziel ist ein Quartiersmanagement, das bereits bestehende Einrichtungen und Initiativen vernetzt.

Mit den "koordinierten Stadtteilnetzwerken" will das Sozialreferat die Aktivitäten, etwa kirchlicher Träger, langfristig absichern, sinnvoll ergänzen und mit einem klar definierten Leistungskatalog versehen. Einheitliche Standards sollen bei einer Fachkonferenz im Herbst entwickelt werden. Auch Fördertöpfe gilt es bei der schrittweisen Umsetzung erst noch anzuzapfen. Die Fäden sollen Stadtteilkoordinatoren der bereits vor Ort aktiven freien Träger ziehen. Um deren Arbeit wiederum in ein größeres Entwicklungskonzept einzubinden, ist langfristig an den Aufbau einer städtischen Fachstelle für Stadtteilmanagement gedacht.

Engagement erhalten

Sozialreferentin Elisabeth Reichert geht es auch darum, das Bürgerengagement zur Zeit der Flüchtlingsströme 2015/16 nun, da sich die Lage entspannt hat, in die Stadtteilarbeit zu überführen. Was in den Vororten längst funktioniert, soll auch in der eher anonymen Innenstadt Wurzeln schlagen: die "positive emotionale Verbundenheit mit dem Stadtteil" und der "Aufbau dauerhafter sozialer Beziehungen". So könnte dann das auch in Fürth beunruhigende Auseinanderdriften der Gesellschaft gestoppt werden. Im Sozialamt weiß man: Gelingender Zusammenhalt ist keine Selbstverständlichkeit, sondern er bedarf wirksamer Strukturen vor Ort und des Nachdenkens über neue Formen der Bürgerbeteiligung.

Hoffnungsvolle Ansätze gibt es bereits. Zum Beispiel den Runden Tisch und den Nachbarschaftstreff in der Südstadt, das "GeH Hin!"-Projekt und den Runden Tisch auf der Hardhöhe, das Mehrgenerationenhaus des Mütterzentrums und das neue Soziale Zentrum mit Quartiersbüro in der Innenstadt. Für Ronhof sowie das Eigene Heim und die Schwand entwickelt das Diakonische Werk derzeit Konzepte für Quartiersbüros. Außerdem betreut Projektmanagerin Eva Göttlein ein Programm zur Gewaltprävention, Gesundheitsförderung und sozialen Vernetzung im Eigenen Heim.

Keimzelle Spiegelfabrik

Wichtige Impulse zur Verbesserung des sozialen Klimas in der Oststadt erhofft sich die Kommune vom Generationenwohnprojekt Spiegelfabrik zwischen Lange Straße und Dr.- Mack-Straße. Hier planen private Initiatoren neben Gemeinschaftseinrichtungen wie eine Werkstatt auch ein Nachbarschaftsbüro. Das Sozialreferat empfiehlt dazu den Ankauf eines 70 Quadratmeter großen Raumes mit Nutzungsoption für die Gemeinschaftsflächen. Die Entscheidung des Stadtrats steht noch aus.

Der Jugendhilfeausschuss hat das Vorhaben bereits einstimmig begrüßt. Ebenso wie den Plan, in bestehenden Einrichtungen wie Kindertagesstätten und Schulen sogenannte "Familienstützpunkte" aufzubauen. "Wir wollen mit unserer Beratung raus aus dem Sozialrathaus", erläutert Jugendamtsleiter Hermann Schnitzer das Anliegen. Der Einrichtung staatlich geförderter Familienstützpunkte vorausgehen soll eine Bedarfsanalyse und eine Bestandsaufnahme vorhandener Angebote. Mit bis zu 40 000 Euro im Jahr fördert der Freistaat das Projekt in den ersten beiden Jahren. Danach reduziert sich der Zuschuss auf 30 000 Euro. Die Kommune ist zur Hälfte an den Kosten beteiligt.

  

VOLKER DITTMAR

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