Dienstag, 11.12.2018

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Historischer Lokschuppen: Neuer Anlauf zum Rettungsversuch

Ein Gutachten zeigt Möglichkeiten zum Erhalt des historischen Lokschuppens auf - 27.08.2011 13:00 Uhr

Ein Bild des Jammers: Das bahngeschichtlich bedeutende Baudenkmal hinter dem U-Bahnhof Stadtgrenze ist dem Verfall preisgegeben. Durch das weitgehend eingefallene Dach kann ungehindert Feuchtigkeit eindringen. © André De Geare


Zwei Varianten hat der Denkmalstatiker untersucht: Eine notdürftige Sicherung und eine regelrechte Sanierung. Letztere beinhaltet neben der Instandsetzung der Gebäudehülle auch die Anschlüsse von Versorgungsleitungen. Die Kosten dafür liegen knapp unterhalb einer Million Euro. Hinzu kommt noch der je nach Nutzung entsprechende Innenausbau.

Nur etwa 100000 Euro veranschlagt der Gutachter für die Minimallösung: Eine provisorische Erneuerung des bereits zur Hälfte eingestürzten Daches. Obwohl das Bauwerk mit seiner Dachruine einen jämmerlichen Eindruck macht, ist es für die Rettung noch nicht zu spät. Wie Ralf Röder, Technischer Leiter der städtischen Gebäudewirtschaft, auf Anfrage der Fürther Nachrichten erläutert, ist das Sandsteinmauerwerk prinzipiell noch intakt. Lediglich kleinere Schadstellen müssten bei der Dachreparatur ausgebessert werden. „Ich habe wieder ein bisschen Hoffnung geschöpft“, kommentiert Röder die Arbeit des Gutachters. Einer Entscheidung der städtischen Gremien will er allerdings nicht vorgreifen.

Dass auch die kleinere Notlösung Sinn macht, sieht der Amtsleiter am Beispiel der historischen Scheune am Heiligenberg bestätigt. Hier wurde ebenfalls der Verfall mit geringem Aufwand gestoppt. Drei Jahre später fand sich dann ein Käufer, der das Bauwerk prächtig aufmöbelte. Auch für den historischen Lokschuppen gibt es bereits Interessenten aus dem Handwerksbereich. Zur Nutzung müssen allerdings noch einige Probleme gelöst werden. Dazu gehört neben dem Anschluss neuer Versorgungsleitungen die Anlage einer besseren Zufahrt. Bislang verbirgt sich das schmucke Baudenkmal mit dem angebauten Wirtschaftsgebäude aus dem Jahre 1911 im Niemandsland hinter dem Recyclinghof an der Jakobinenstraße.

Vergeblich hat sich die Stadt in der Vergangenheit darum bemüht, die Bahn auf juristischem Weg wenigstens zur Notsicherung des Lokschuppens zu zwingen. Das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht wurde eingestellt. Seitdem ist die Kommune auf der Suche nach einen Investor. 

VOLKER DITTMAR

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