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Idylle wurde ein Raub der Flammen

Freiwillige sollen verbrannten Wald in Fürths Partnerstadt Marmaris aufforsten - 22.09.2004

Von Wald umgeben ist Fürths türkische Partnerstadt, wie auch dieser Blick auf die baumbestandenen Hügel am Hafen zeigt. Beim jüngsten Brand wurden 917 Hektar davon zerstört. Foto: privat © -


„Ich war am 20. August mit meinem Boot auf dem Meer vor Marmaris unterwegs, als ich hinter unserer Partnerstadt eine riesige, pechschwarze Wolke aufsteigen sah, fast wie wenn ein Schiff brennt!“ Der Schock ist Paul Böhm auch noch nach Wochen anzumerken, musste er doch miterleben, wie der gesamte Berghang „vom Fuß bis zum Scheitelpunkt, mehrere hundert Meter hoch in Flammen stand“, als die Wälder restlos niederbrannten.

Deprimierendes Bild

Die bisher unberührte Natur rund um den Urlaubsort, eine Idylle, die auch viele deutsche Urlauber genossen, wurde ein Raub der Flammen. Nur noch wenige braune Baumstümpfe ragen nach dem zweiten Waldbrand innerhalb weniger Jahre aus dem Boden, berichtet Paul Böhm.

Auch Ilyas Bublis war Mitte August in Marmaris zu Gast und erlebte die Waldvernichtung mit. Bublis, der sich seit vielen Jahren mit seiner Berliner Umweltschutzorganisation Gaia für die Natur stark macht, fasste spontan den Entschluss zu helfen und auf den 917 Hektar zerstörter Waldfläche neue Bäume zu pflanzen.

Für diesen Plan sucht Gaia nach Unterstützern. So setzt Bublis auf bestehende Kontakte zum türkischen Forstministerium, von dem er hofft, dass es die Pflanzen spendiert. Ein Hotel hat Unterkünfte zugesagt; Fluggesellschaften stellen Restplätze zur Verfügung.

Über Geldspenden freut sich die Umweltorganisation freilich auch: Pflänzchen für einen Hektar Aufforstung kosten 1000 Euro. Doch nicht zuletzt benötigt Gaia Freiwillige, die bereit sind, neue Bäume in den geschundenen Boden rund um Fürths Partnerstadt zu pflanzen.

„Sieben Wochen lang können sich umweltbewusste Jugendliche und junge Erwachsene an unserer ersten Wiederaufforstungsaktion für jeweils eine Woche beteiligen“, ruft Ilyas Bublis zum Mitmachen auf. Am einfachsten können sie sich per Internet-Formular bewerben, sagt der Umweltschützer.

Kontakt aufgenommen

Die Fürther Stadtverwaltung sprang Bublis sofort hilfreich zur Seite: „Wir werden Gaia nach Kräften unterstützen“, verspricht die Partnerschaftsbeauftragte Hilde Langfeld, die inzwischen mit Bublis in Kontakt steht.

Paul Böhm, in Fürth lebender Ehrenbürger von Marmaris, geht noch einen Schritt weiter: Zwar zählt er nicht mehr zur Gaia-Zielgruppe für die Aufforstung, doch weil er die Aktion für eine „sehr gute Idee“ hält, sagte er spontan 1000 Euro für die Walderneuerung zu. Denn wie es Iljas Bublis so treffend ausdrückt: „Eine gesunde Umwelt gibt es eben nicht zum Nulltarif!“

Anmeldung im Internet unter der Adresse: www.gaia-styles.de/teilnahme.htm. Weitere Infos auch telefonisch von Gaia unter (0 30) 3 13 83 86. 

HEINZ WRANESCHITZ

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