Montag, 10.12.2018

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Ippach verpasst eine WM-Medaille

Schlimmer Rücken bremst Fürther Triathletin - 07.05.2007

Verpasste wahrscheinlich wegen Rückenschmerzen den Sprung aufs Siegertreppchen: Anja Ippach © Riedl


Als sie 90 von 130 Kilometern auf dem Rad absolviert hatte, begann Anja Ippachs Rücken zu streiken. "Die Muskulatur war knüppelhart, ich war am Verzweifeln", sagte die 25-Jährige. Weitere 40 Kilometer durchzuhalten, schien ihr praktisch unmöglich.

"Ich habe schon nach einem Platz gesucht, wo ich möglichst unbemerkt raus konnte, aber dann kam ich immer an meinen mitgereisten Anhängern vorbei und dachte, das kannst du jetzt nicht machen", so Ippach. Sie quälte sich also zur Wechselzone, "schlich", wie sie sagte, mit 20 Kilometern pro Stunde dahin. Später machte sie einen neuen Sattel und eine neue Sitzposition auf dem Rad, die sie zuvor nur unzureichend getestet hatte, für die Probleme verantwortlich. Klar, dass etliche Konkurrenten vorbeizogen.

Heilung beim Laufen

Aus dem Wasser war Ippach noch als Zweite gekommen, nur eine Sekunde nach der Führenden und späteren Siegerin bei den Frauen, der Schweizerin Caroline Steffen. Nach dem Radfahren hatte sie zwei Plätze verloren und den Kontakt zur Spitzengruppe, die ihr da schon fast eine halbe Stunde enteilt war, eingebüßt. Ob der Rücken beim Laufen mitmachen würde, war zu diesem Zeitpunkt ungewiss. "Ich habe mir in der Wechselzone auf allen Vieren die Schuhe angezogen, weil ich mich nicht mehr richtig bücken konnte, und dachte, das wird jetzt nichts", so Ippach. Doch das Laufen stellte sich als problemloser dar als das Radfahren: "Am Ende war ich fast schmerzfrei."

Jedenfalls konnte sie ihren vierten Rang verteidigen und doch noch ein ansehnliches Preisgeld von rund 3000 Euro mit nach Hause nehmen. Jetzt will die Fürtherin zunächst ihre Diplomarbeit in Betriebswirtschaft beenden. Gleichzeitig liebäugelt sie mit dem Gedanken, im Winter im Ausland an einem weiteren großen Wettbewerb teilzunehmen. Ihre Schulterverletzung (wir berichteten) verhinderte in diesem Jahr einen normalen Saisonverlauf. Ippach: "Ich will jetzt nicht so lange bis zum nächsten Jahr warten, ehe es weitergeht." 

Markus Riedl

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