Donnerstag, 15.11.2018

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Krötenschützer und Bauherren gewürdigt

Der Natur- und Umweltschutzpreis der Stadt Fürth wurde in diesem Jahr «gefünftelt» - 30.10.2008

Weil ihre Häuser (im Hintergrund) in der Vacher Straße aus natürlichen Baustoffen bestehen und auch noch kräftig Energie sparen, wurden diese drei Fürther Familien von der Stadt ausgezeichnet. © Scherer


Seit sieben Jahren sind sie unermüdlich im Einsatz, um Kröten auf dem Weg zu ihren Laichgewässern davor zu bewahren, von einem Auto überrollt zu werden: Jetzt würdigt die Stadt Fürth das Engagement der «Arbeitsgemeinschaft Krötenzaun» des Bund Naturschutzes. Die Amphibienfreunde zählen zu den fünf Preisträgern des diesjährigen Umwelt- und Naturschutzpreises und heimsen neben der Anerkennung einen Scheck über 500 Euro ein. «Damit belohnen wir auch den äußerst zeitintensiven Aufwand», sagt Oberbürgermeister Thomas Jung. Jedes Jahr errichten die BN-Streiter einen 300 Meter langen Zaun an der Geißäckerstraße, um die Amphibien auf ihrem Weg abzufangen. Zwei Mal täglich werden sie aufgesammelt und über die Straße getragen.

Das restliche Preisgeld teilen sich vier Fürther Familien, darunter die des Fürther Stadtheimatpflegers Alexander Mayer. Er hat sich überwiegend in Eigenleistung an der Vacher Straße ein Wohnhaus aus Holz und Lehm gebaut. Das Gebäude kommt ganz ohne Beton aus und ruht auf Pfählen. Ein Holzofen sorgt für warme Luft und warmes Wasser.

Ebenfalls in der Vacher Straße sind die drei weiteren Preisträger zu Hause: Die Familien Rosenboom, Krug und Sünkel/Krüger haben in unmittelbarer Nachbarschaft zwei Einfamilienhäuser und eine Doppelhaushälfte errichtet. Ausgezeichnet wurden sie für die «Verwendung natürlicher Baustoffe und das ökologisch ausgerichtete Energiekonzept».

Gemeinsam haben die drei Häuser die Lehmbauweise, die Holzverkleidung und das Heizen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Innen sind die Wände mit Naturfarben gestrichen, die Böden nur geölt. Jede Familie nutzt die Sonnenenergie, um Wasser zu erwärmen, jede besitzt eine Regenwasserzisterne.

Bei Familie Krugs so genanntem «Sonnenhaus» deckt die Sonne mindestens 60 Prozent des gesamten Energiebedarfs. Nur in den Wintermonaten muss mit dem Holzofen nachgeholfen werden. «Unsere Mustersiedlung», nannte OB Jung bei der Preisverleihung freudestrahlend die drei Häuser. Er hofft, dass weitere Bauherren diesem Beispiel folgen werden. JOHANNES ALLES 

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