Montag, 10.12.2018

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Kunst schlägt Brücken zwischen Kulturen

Die Veranstaltungswoche „Fürth ist bunt“ ist mit Fokus auf Flüchtlingskinder gestartet - 21.09.2015 16:00 Uhr

Begeistert hält ein Vater vor dem Kulturort Badstraße 8 eine von seinen Kindern aus einfachen Materialien gebastelte Puppe in die Höhe. © Foto: Jutta Pscherer


Dabei war die aktuelle Situation der Flüchtlinge noch gar nicht absehbar, als die Planungen Ende vergangenen Jahres begannen, betont auch Sami Haidar, dessen Verein Kulturort Badstraße in Kooperation mit der Caritas in dieser Woche an drei Terminen Mal- und Bastelnachmittage für Kinder aus Flüchtlingsunterkünften und der Nachbarschaft anbietet.

Die Idee war entstanden, als Mitglieder des Vereines begonnen hatten, wöchentliche Kinder-Malgruppen in der Notunterkunft Höffner zu organisieren. Eine Auswahl dieser fröhlichen, aber auch nachdenklich stimmenden Werke ist nun in der Badstraße 8 bis kommenden Samstag zu sehen. Dann ist eine Versteigerung geplant, deren Erlös wiederum für weitere Freizeitaktivitäten, wie etwa Planetarium- Kino- oder Schwimmbadbesuche, genutzt werden soll.

Zum Auftakt der Aktionswoche am Samstag waren kurdische und irakische Familien sowie Familien aus dem Kosovo der ersten Einladung an die Rednitz gefolgt. Während die Kinder zusammen malten und mit leicht verfügbaren Materialien bastelten, genossen ihre Eltern die Begegnung bei einem gemeinsamen Essen - bis die Begeisterung der Kinder schließlich übersprang und die Künstlerin Susa Schneider auch immer mehr Erwachsene mit ihrem Kreativangebot ansteckte.

Schon viele Jahre indes versteht sich die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland als „Supportgruppe“ aller Neuankömmlinge in Fürth. Ihr Vorsitzender Wladimir Seitz stellte am Samstag in den Räumen in der Geleitsgasse die Werke aus mehreren Kindermalkursen und einiger erwachsener Hobbykünstler vor. Doch der Verein organisiert darüber hinaus wöchentlich zahlreiche weitere Angebote, um Hilfe suchenden Neubürgern zur Seite zu stehen. Dabei spielt weder das Alter eine Rolle noch die Herkunft, eher die Räumlichkeiten, die für den lebendigen Verein längst zu klein geworden sind.

Die Ehrenamtlichen, die oft in ihrer alten Heimat eine Ausbildung absolviert hatten, bereiten etwa Vorschulkinder ebenso engagiert auf die Regelschule vor, wie sie Mal- und Tanzkurse oder Nachhilfe für Jugendliche anbieten. Für Frauen gibt es die Sportgruppe „Mach mit“, darüber hinaus veranstalten die Mitglieder im Jahresablauf beliebte Feste.

Besonders am Herzen liegt dem Team aber die soziale Beratung. Dabei kann nicht nur auf umfangreiches eigenes Fachwissen zurückgegriffen werden, sondern auch auf eine gute Vernetzung mit städtischen Einrichtungen. Dort arbeiten heute auch ehemalige Aussiedlerinnen, die ihren Landsleuten nicht nur sprachlich weiterhelfen können. Sie vermitteln vielmehr ganz nebenbei das Vertrauen, dass man auf dem zunächst holprigen Weg der Integration schließlich gut ankommen kann.

Zu erreichen ist die Landsmannschaft unter: info@lmdr.de 

JUTTA PSCHERER

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