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Letztes Aufbäumen vor dem Preissprung

2000 Protest-Unterschriften: Die bald deutlich teureren ÖPNV-Tickets sorgen für Unmut - 17.12.2014 20:54 Uhr

Mit dem Jahreswechsel steigen die Fahrpreise deutlich. Deshalb prophezeien Kritiker, dass weniger Menschen Busse – wie hier vor dem Rathaus – nutzen werden. © Foto: Thomas Scherer


Es dürfte das letzte demonstrative Aufbäumen der Kritiker gewesen sein, bevor mit dem Jahreswechsel die neuen, durchschnittlich 20 Prozent höheren Tarife für den öffentlichen Personennahverkehr gültig werden. Die große Mehrheit der Fürther Kommunalpolitiker hat dafür bereits 2010 grünes Licht gegeben – und sich auch nicht von dieser Linie abbringen lassen, als der Rat der Nachbarstadt Nürnberg die Anhebung wegen des heftigen Gegenwinds um ein Jahr verschob: Im Mai 2014 wurde der Beschluss in der Kleeblattstadt noch einmal untermauert. Man folgte den Argumenten des ÖPNV-Betreibers infra, aus dessen Sicht die Mehreinnahmen wirtschaftlich unabdingbar sind.

Bei der Übergabe der Unterschriften appellierte Stephan Stadlbauer nun im Namen des örtlichen „Bündnisses gegen Fahrpreiserhöhung“ an den Fürther Stadtrat „in der staden Zeit noch einmal darüber nachzudenken“; „Ärger und Empörung“ seien in der Bevölkerung deutlich spürbar. Das Bündnis, dem neben dem Sozialforum und der Erwerbsloseninitiative auch Seniorenrat, Behindertenrat, Multikultureller Frauentreff, Antifaschistische Linke sowie die Ortsverbände von Bund Naturschutz, attac, VdK, Verkehrsclub Deutschland, Linken und Grünen angehören, prophezeit deshalb weiter sinkende Fahrgastzahlen im Busverkehr.

Weiterer Widerstand

Der Effekt der Preiserhöhungen werde dadurch „zumindest teilweise wieder aufgefressen“. Besonders ältere Menschen verkneifen sich nach Ansicht der Kritiker künftig „manche Fahrt aus finanziellen Gründen und bleiben zu Hause“. Andere sähen sich gezwungen, aufs Auto umzusteigen.

Das Bündnis hat angekündigt, im neuen Jahr nicht aufzugeben, weitere Aktivitäten folgen zu lassen – und auch weitere Unterschriften gegen die Fahrpreiserhöhung zu sammeln. Denn die Aktivisten sind überzeugt: Vielen werde der Ernst der Lage erst richtig bewusst, wenn sie ab Januar beim Ticketkauf tiefer in die Tasche greifen müssen. 

WOLFGANG HÄNDEL

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