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Maidemos: Stadt erzürnt Kritiker

Linke kritisiert Rechtsreferenten - Protest gegen Pegida wächst - 22.04.2018 10:00 Uhr

Viele Demonstrationen kündigen sich für den 1.Mai an. © Michael Müller


Zusammen mit der Polizei arbeite die Stadt intensiv an einer Lösung, sagte Rechtsreferent Mathias Kreitinger auf FN-Nachfrage. Wie berichtet, hatten sich die Behörden aus Sicherheitsgründen dafür eingesetzt, dass der Nürnberger Pegida-Ableger nicht erst am Nachmittag, sondern bereits ab 11 Uhr in Fürth losmarschiert. Auf ihrem Weg vom Obstmarkt zur Hardhöhe würde die Gruppe somit an der Maifeier des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) vorbeikommen.

Öffentlich gemacht hatten diese "Vorverlegung" das Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus und die GEW Mittelfranken (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft), die sie als "Geschenk" an Pegida empfinden. Durch die Gleichzeitigkeit beider Veranstaltungen werde der Gegenprotest erschwert, kritisieren nun die Linken-Stadträte in einer Pressemitteilung. Sie werfen Kreitinger zudem vor, die Rolle des Rathauses bei der Kollision von Pegida und Maifest verschwiegen zu haben – und gleichzeitig betont zu haben, es gebe wenig Chancen, die Demo zu verlegen. Dies grenze an eine "bewusste Desinformation". Man erwarte, dass die Stadt ihre Einflussmöglichkeiten jetzt nutzt.

Unterdessen sind Parteien, das Bündnis und die GEW entschlossen, Pegida nicht ungestört durch Fürth ziehen zu lassen. Allein die GEW hat inzwischen vier Gegendemos, alle ab 10 Uhr, angemeldet. Die Routen sind so geplant, dass es zu Begegnungen mit den Rechtspopulisten käme – auch auf Ausweichstrecken, die sich die Behörden überlegen könnten. Auf der derzeit vorgesehenen Route von Pegida organisieren außerdem die Grünen (Kulturforum, ab 11 Uhr) und die Linkspartei (Billinganlage, ab 10 Uhr) Versammlungen.

Zur Erinnerung: Das Bündnis gegen Rechts hatte sich vor 18 Jahren anlässlich eines Nazi-Aufmarsches in Fürth am 1. Mai gegründet. 

czi

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