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Marktkauf-Komplex soll aufgemöbelt werden

Lebensmittel und Schuhe: Nach dem schmerzlichen Aus für das SB-Warenhaus zeichnet sich neue Nutzung ab - 27.03.2011 10:00 Uhr

Die Tristesse des seit Ende September leerstehenden Gebäudes an der Gabelsbergerstraße soll noch in diesem Jahr neuer Betriebsamkeit weichen. © Horst Linke


Vorgesehen sind unter anderem ein großer Lebensmittel-Vollsortimenter und ein Schuhhaus. Zusammen mit dem City-Center (26000 Quadratmeter), das bis 2012 gründlich modernisiert werden soll, und dem von der Stadt anvisierten Einkaufsschwerpunkt an der Rudolf-Breitscheid-Straße (maximal 15000 Quadratmeter, geplante Fertigstellung im Frühjahr 2014) käme das einer vollständigen Neuordnung der Einkaufslandschaft gleich, einem Durchstarten von null auf hundert.

Gute Nachrichten sind das, die auch den städtischen Wirtschaftsreferenten Horst Müller zuversichtlich ins anbrechende Frühjahr blicken lassen. In dieser Woche hatten er und Oberbürgermeister Thomas Jung ein Gespräch mit dem deutschen Chef des internationalen Immobilienfonds Treveria, dem die Fürther Immobilie gehört — und was sie zu hören bekamen, stimmte sie nach der unseligen Hängepartie um das Marktkauf-Aus im Herbst 2010 versöhnlich. „Es gibt einem den Glauben zurück, dass es vorangeht“, so Müller.



Nach Aussage von Treveria stehen die Verträge mit neuen Mietern kurz vor dem Abschluss. Auf den rund 3000 Quadratmetern im Erdgeschoss ist ein im Zentrum dringend nötiger Lebensmittelmarkt vorgesehen, als Betreiber kommen dem Vernehmen nach Rewe oder Edeka in Betracht. Das Obergeschoss soll, auf ebenfalls 3000 Quadratmetern, einen Schuhmarkt beherbergen.

Nur befristet

Der Schluss, dass es sich dabei um Schuh-Mücke handeln wird, liegt nahe, denn das Unternehmen ist bereits um die Ecke, in der Gebhardtstraße, zu Hause und will nach seinem erklärten Willen dauerhaft in Fürth bleiben. Die Nutzung des früheren Modehauses Bätz, das Mücke bis dato als „Outlet“ dient, ist jedoch nur befristet möglich.

Für das Untergeschoss an der Gabelsbergerstraße sind Discounter, Drogeriemarkt und ein Fitnessstudio im Gespräch. Bevor die Geschäfte einziehen können, ist allerdings ein Umbau erforderlich. Unter anderem will Treveria die Rolltreppen verlegen, die früher die Marktkauf-Ebenen verbanden, die Aufzüge müssen bis ins Untergeschoss durchgebaut werden. Das klingt aufwendig und ist es auch; deshalb ist ein halbes Jahr Zeit dafür kaum zu großzügig bemessen.

Konflikte mit dem künftigen Angebot im Einkaufsschwerpunkt und im City-Center sieht Müller nicht. Weder hier noch dort sei „ein Lebensmittelmarkt dieser Größenordnung geplant“. Und auch das Schuhgeschäft hält der Wirtschaftsreferent nicht für kontraproduktiv. Zwar will die Stadt ähnliche, aber erheblich kleinere Angebote auch auf ihren Einzelhandelsflächen links und rechts der Rudolf-Breitscheid-Straße schaffen, doch Müller hält beide Standorte für sinnvoll: „Wir haben nichts dagegen, weil der Bedarf in Fürth extrem ist.“

Wichtig ist für ihn vor allem, dass eine andere, weit weniger verlockende Variante an dieser sensiblen Stelle vom Tisch ist: Erwogen wurde offenbar auch eine Mixtur sattsam bekannter Billiganbieter — von denen es in Fürth bereits reichlich gibt.
  

WOLFGANG HÄNDEL

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