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Massiver Einsatz für die Bibertbahntrasse

Stadt und Bahnfreunde protestieren gegen Entwidmung auf Nürnberger Gebiet - 23.04.2014 06:00 Uhr

Seit 1986 rollt kein Zug mehr über die Schienen der Bibertbahn, die hier auf einer 102 Jahre alten Stahlbrücke die Rednitz an der Rothenburger Straße (im Hintergrund) überqueren. © Hans-Joachim Winckler


Gegen den Bescheid zum Entwidmen des Bahnabschnitts - ab der Brücke über die Rothenburger Straße am ehemaligen Kohlenhofgelände vorbei - von seinen bisherigen Bahnbetriebszwecken haben die Interessengemeinschaft Bibertbahn und der Verein Zirndorfer Eisenbahn Freunde Widerspruch eingelegt. Auch die Stadt Fürth hat sich längst auf die Seite der Gegner geschlagen.

Dabei geht es der Kommune insbesondere um einen möglichen Güterverkehr-Gleisanschluss zum Gewerbegebiet Süd. Dafür gibt es neben einer Abzweigung auf das Kohlenhofgelände sogar eine Bahnunterführung der Rothenburger Straße. Auf Fürther Gebiet liegt zwar nur ein etwa 85 Meter langes Teilstück der Bibertbahn. Doch das Entwidmen hat zur Folge, dass die Wiederinbetriebnahme der Bibertbahn bis zum Hauptbahnhof Nürnberg unmöglich wird. Lediglich ein Pendelbetrieb im Landkreis wäre noch machbar.

Die Option auf eine Reaktivierung der Bibertbahn will sich auch der Fürther Landkreis offen halten. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Fürth gegen den Wunsch der Nachbarstadt Nürnberg gestellt, ein 610 Meter langes Teilstück der stillgelegten Bahnstrecke an der Kreuzung Fürth-Süd für die hier einmal geplante Endstation der U3 mit Busbahnhof zu entwidmen. Nun beantragte die DB Netz AG beim Eisenbahn-Bundesamt, auch die übrige Bahnstrecke auf Nürnberger Gebiet mit einer Länge von 1750 Meter von ihren Bahnbetriebszwecken freistellen zu lassen.

An Reaktivierung  interessiert

Die Interessengemeinschaft Bibertbahn und die Zirndorfer Eisenbahn Freunde stützen ihren Widerspruch auf die Tatsache, dass die Bahntrasse entgegen den Behauptungen des Eisenbahnbundesamtes noch nicht mit Gebäuden überbaut worden sei. Auch treffe es nicht zu, dass kein Interesse an einem neuen Betrieb der aufgelassenen Strecke mehr bestehe. Der Sprecher der Interessengemeinschaft, Dieter Beck, untermauert dies mit einem Schreiben der Rhein-Sieg-Eisenbahn, die darin am 15. April erneut bekräftigt: „Natürlich sind wir weiter an einer Reaktivierung der Bibertbahn interessiert“.

Interessengemeinschaft und Eisenbahn Freunde führen noch eine weitere von ihnen als unzutreffend eingestufte Behauptung des Bescheides zur Entwidmung ins Feld. Heißt es hier doch, ein aktuelles Verkehrsbedürfnis sei nicht gegeben. Dagegen verweist Beck auf ein Gutachten der Firma Gauff in Zusammenarbeit mit dem VGN von 2011. Darin wurden bei entsprechender Anpassung des Busnetzes über 2000 Fahrgäste täglich prognostiziert. Das sind mehr als auf vielen anderen bayerischen Bahnlinien. Die Investition zur Reaktivierung der Bibertbahn wird von der Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH auf rund 10,3 Millionen Euro geschätzt.  

Beck setzt darauf, dass neben Fürth auch Gemeinden wie Ammerndorf und Großhabersdorf Widerspruch gegen die Entwidmung einlegen. Mehrere einzelne Proteste hält er für wirkungsvoller als eine konzertierte Aktion. Selbst wenn auf dem jetzt entwidmeten Areal einmal ein U-Bahnhof entstehen sollte, wäre das kein Hinderungsgrund für den Bibertbahnbetrieb. Da die Gleise dieselben Dimensionen haben, ließen sich beide Verkehrsmittel problemlos kombinieren. Für den Fall, dass die Eisenbahnbrücke über die Rothenburger Straße baufällig wird, spricht sich die Stadt Fürth für einen Ersatzneubau mit einer größeren lichten Weite aus, damit der unter der Brücke sehr enge Fuß- und Radweg erweitert werden kann. 

Volker Dittmar

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