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Nach 118 Jahren: Gabriele Pauli schließt Juwelierladen

Frühere Fürther Landrätin verkauft Schmuck künftig in München statt in Zirndorf - 23.05.2017 15:22 Uhr

Das Leben ohne Politik sei auch schön, sagt Gabriele Pauli, die es jetzt beruflich nach München zieht. © Daniel Karman/dpa


Die frühere Fürther Landrätin hatte das Geschäft übernommen und mit Mitarbeitern weitergeführt, nachdem ihre Mutter im vergangenen September verstorben war. Bereits ein Vierteljahr zuvor, als ihre Mutter erkrankte, war sie in das Geschäft eingestiegen.

In München, so Pauli, habe sie günstigere Voraussetzungen, um Schmuck und Uhren zu verkaufen. Was aber nicht heißt, dass sie ihrem Wohnort Zirndorf den Rücken kehrt: "Ich bin eigentlich schon die ganze Zeit zweigeteilt gefahren und habe sowohl in Zirndorf als auch in München gelebt."

Reparaturen, die in Auftrag gegeben wurden, würden noch erledigt, lässt Pauli die Kundschaft wissen. Wo die ihren "Juwelier Pauli" in Zukunft in der Landeshauptstadt finden können, ist allerdings noch offen: Das sei noch nicht endgültig entschieden, so Pauli.

Pauli gehörte als Fürther Landrätin zu den schärfsten Kritikern des 2007 von seiner eigenen Partei gestürzten CSU-Chefs und bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, eine Zeit, in der sie überregional Schlagzeilen wahlweise als CSU-Rebellin, Königsmörderin, Supernova aus der Provinz oder CSU-Luder machte und gern gesehener Gast in TV-Talkshows war.

Als sie mit dem Versuch, CSU-Landesvorsitzende zu werden, brachial scheiterte, endete ihre politische Karriere bei den Christsozialen: 2007 nach 33 Jahren Mitgliedschaft in der CSU, trat sie aus der Partei aus.

Politischer Neustart lief ins Leere

Ein viertes Mal wollte sie 2008, nach 18 Jahren auf dem politischen Spitzenposten im Landkreis Fürth, nicht mehr als Landrätin kandidieren. Stattdessen zog die auf kommunaler Ebene überaus beliebte Mandatsträgerin über die Liste der Freien Wähler in den Landtag ein, überwarf sich jedoch mit ihnen und beschloss ihre Abgeordnetenlaufbahn im Maximilianeum als Parteilose.

Mit einer Parteineugründung versuchte sie einen politischen Neustart, der allerdings auch ins Leere lief. Zuletzt scheiterte sie 2015 in der Stichwahl bei der Bürgermeisterwahl auf Sylt. Heute sagt Pauli: "Es ist auch ohne Politik schön", das müsse sie nun nicht mehr haben. 

sd

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