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Nach dem Park-Hotel wird der Festsaal fallen

Im Inneren laufen derzeit die Vorbereitungen - Denkmalschützer können Abriss nicht verhindern - 19.08.2013 16:00 Uhr

Die Tage des Festsaals sind gezählt. Blick auf die historische Decke, die mit ausschlaggebend dafür ist, dass der Saal unter Denkmalschutz stand. © Hans-Joachim Winckler


Jahrezehntelang wurde der Saal nicht öffentlich genutzt. Viele Fürther wissen daher gar nicht, wo genau sich der Festsaal eigentlich befindet: Er steckt in einem eigenen Gebäude, das sich von der Moststraße aus bis zur Hinterseite des eigentlichen Hotelgebäudes zieht - oder besser: gezogen hat. Der Abbruch des Park-Hotels ist mittlerweile soweit fortgeschritten, dass das Hotelgebäude an der Stelle schon nicht mehr existiert. So ist derzeit der Blick von der Breitscheidstraße aus auf die Backsteinwand des Saal-Gebäudes möglich. Davor türmt sich der Bauschutt auf.

Der Investor MIB, der den Einkaufsschwerpunkt baut, wird lediglich die denkmalgeschützte Fassade des Saals in der Moststraße erhalten. Sie wird daher durch mächtige Stützen von außen stabilisiert. Auch im Inneren hat der Saal Stützen bekommen. Sie sichern die Wand zum Nachbargebäude in der Friedrichstraße hin ab.

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Blick in den Festsaal kurz vor dem Abriss

Wenn der letzte Rest vom Hauptgebäude des Fürther Park-Hotels verschwunden ist, wird der Abriss des denkmalgeschützten Festsaals beginnen. An der Stelle ist ein Neubau für den Einkaufsschwerpunkt geplant. Denkmalschützer haben sich beharrlich für den Erhalt eingesetzt.


Energisch, aber vergeblich haben die Bürgerinititiative "Bessere Mitte", der Verein "Wir sind Fürth" und der Stadtheimatpfleger in den vergangenen Monaten für den Erhalt des Saals und seine Einbettung in den Einkaufsschwerpunkt gekämpft und dabei Unterstützung von mehreren Denkmalschutzorganisationen und unter anderem auch vom Landesdenkmalrat bekommen. Wie ein restaurierter Saal aussehen könnte, hatte vor Jahren schon der gescheiterte erste Investor, Sonae Sierra, später dann die BI "Bessere Mitte" mit Visualisierungen sehr anschaulich gemacht. Sonae Sierra wollte den Saal, in dem einst sogar der bayerische König zu Gast weilte, als Gastro-Bereich nutzen.

Selbst die Tatsache, dass das Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst die Abrissgenehmigung für den denkmalgeschützten Saal jüngst als rechtswidrig einstufte, hat für die Abbruchpläne keine Folgen. Im Inneren des Festsaals laufen die Vorbereitungen somit ungehindert weiter.

Der Investor MIB hatte von Anfang an klar gemacht, dass er sich nicht in der Lage sehe, den Saal zu erhalten. Die Stadt Fürth hat ihn wegen seines überzeugenden Gesamtkonzepts, das unter anderem den Erhalt der denkmalgeschützten Häuser an der Breitscheidstraße vorsieht, dennoch unter mehreren Bewerbern ausgewählt. Sie hatte dabei damals auch die Unterstützung der BI und des Stadtheimatpflegers.

Die Glasscheiben des Dachs wurden bereits vor einiger Zeit herausgenommen und entsorgt. Die historische Decke ist noch zu erkennen. Vor den Vorbereitungen für den Abbruch hat MIB den Saal dokumentiert, wie es beim Abriss eines Denkmals vorgeschrieben ist.

Die Stuckornamente, die aus dem 19. Jahrhundert stammen, wurden bereits im Jahr 2010 abgeschlagen. Bis heute wurde der Täter nicht ermittelt.

 

  

Claudia Ziob

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