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Neue Attacke von Neonazis in Fürth?

Flugblatt diffamiert eine Lehrerin, die sich gegen Rechts engagiert - 29.11.2012 13:00 Uhr

Ein Flugblatt diffamiert eine Pädagogin der Pestalozzi-Schule. © Winckler


Genährt wird dieser Verdacht dadurch, dass es sich bei dem Verleumdungsopfer um Ruth Brenner handelt. Die Vorsitzende des Fürther Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Rassismus und ihre Familie waren in der Vergangenheit wiederholt das Ziel von Anschlägen (wir berichteten). Unter anderem wurden Farbbeutel auf das Haus geworfen und die Autoreifen zerstochen. Indem sie Brenner nicht mehr privat, sondern an ihrem Arbeitsplatz attackieren, gehen die Täter jetzt noch einen Schritt weiter.

Das Flugblatt, heißt es, wurde in der Nacht zum Montag in den Hauseingängen von zahlreichen Gebäuden im Umkreis der Pestalozzi-Schule angebracht. Thomas Bauer, Rektor der Grund- und Mittelschule, ist nach eigenen Worten schockiert von den „Verunglimpfungen und Lügen“, die einzig den Zweck hätten, die Eltern aufzuhetzen. Laut Bauer hat die Schule schnell reagiert und den Kindern und Jugendlichen einen Brief mit nach Hause gegeben, in dem sich Schulleitung und Kollegen hinter Brenner stellen, der sie eine „außerordentlich engagierte Berufsausübung“ bescheinigen. Die Lehrergewerkschaft GEW will mithelfen, baldmöglichst eine Solidaritätskundgebung für Brenner zu organisieren.

Die Kriminalpolizei ermittelt nun zum einen wegen Verleumdung von Ruth Brenner, zum anderen sind die Beamten selbst betroffen: Die Täter unterzeichneten das Flugblatt mit „Kriminalpolizei Fürth“. Kripo-Chef Erwin Zettelmeier sagte den FN, man hoffe, über eine Anfrage an den Internet-Konzern Google herauszufinden, wer hinter der ebenfalls auf dem Flugblatt angegebenen E-Mail-Adresse steckt.

  

Johannes Alles

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