Dienstag, 13.11.2018

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Paul Hunter Classic 2015: Emotionaler Sieg für Allister Carter

Konzentrationsverlust bei den Finalisten - Besondere Atmosphäre - 31.08.2015 17:49 Uhr

Ein ruhiges Händchen: "The Captain" Allister Carter gewann letztendlich gegen Shaun Murphy © Andreas Goldmann


Als Allister Carter am Sonntagabend um kurz vor elf den Siegerpokal des diesjährigen Paul Hunter Classic überreicht bekam, hatte dies einen hohen emotionalen und symbolischen Wert, denn Alan Hunter, der Vater des 2006 an einem Krebsleiden verstorbenen Paul, übergab den neu gestifteten Kristallpokal an einen Sieger, der selbst erst gerade den Krebs überwunden hatte und wie er sagte "vor einem Jahr nicht an Turniersiege gedacht hatte, sondern nur daran am Leben zu bleiben".

Im Finale hatte sich Carter im Duell zweier Sympathieträger des Snookersports gegen Shaun Murphy durchgesetzt. Allerdings boten die beiden dem Publikum eine ausführliche Vorstellung, denn Carter musste über die ganze Distanz gehen, um am Ende mit 4:3 zu triumphieren. Beiden war anzumerken, dass sie an diesem Tag bereits mehrere Matches bestritten hatten.

Rutschendes Hemd verbaute Sieg

Die Konzentration der beiden Finalisten hatte stark nachgelassen und dadurch fehlte in vielen Aktionen die nötige Präzision. Besonders Murphy hatte in seinem Halbfinale gegen Mark King seine Schwierigkeiten gehabt und war beim Stand von 0:3 für King beinahe schon ausgeschieden, als ein immer wieder aus seiner Hose rutschendes Hemd King so in Rage und aus der Fassung brachte, dass Murphy am Ende mit 4:3 gewann.

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Erster Tag beim Paul Hunter Classic 2015: Kampf der Amateure

Seit Freitag trifft sich alles was Rang und Namen in der Snooker-Szene hat in der Fürther Stadthalle. Der Grund für diese Riesenversammlung ist das Paul Hunter Classic: Das legendäre Turnier, das allerdings auch bei Laien-Spielern beliebt ist, geht noch bis Sonntag.


Die Folge der fehlenden Präzision war, dass beide Gegner es phasenweise schwer hatten, selbst verhältnismäßig einfache Bälle zu lochen und so blieb bis zum Schluss offen, wer am Ende als Sieger hervorgehen würde. Allister Carter lag zwischenzeitlich bereits mit 3:1 in Führung, als Shaun Murphy endlich in die Partie zu finden schien. Er schloss auf und gewann nach einem sehenswerten Break unter tosendem Beifall der Zuschauer auch Frame sechs, so dass der siebte und letzte Durchgang die Entscheidung bringen musste. Beide spielten sehr taktisch, ehe Carter mit einem 95er Break den Frame und damit das Finale für sich entschied.

Tribut an Hunter

"Das Turnier in Fürth ist – so kann man es auf den Punkt bringen – ein Snooker-Fest zu Ehren Paul Hunters. Die Spieler kommen gerne hier her, weil sie es auch als Tribut an Paul sehen.", würdigt auch Snooker-Instanz und Moderator Rolf Kalb das Fürther Turnier. Die Atmosphäre in der Fürther Stadthalle sei etwas ganz besonderes, so Kalb: "Hier kommen sich Spieler und Fans so nah wie bei keinem anderen Turnier und die Stars baden regelrecht in dieser Atmosphäre."

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Finale der Snooker-Spieler: Paul Hunter Classics am Sonntag

And the winner is... Alister "Ali" Carter. Der englische Snookerspieler setzte sich mit 4:3 gegen den Briten Shaun Murphy durch. Damit endeten am Sonntag die Paul Hunter Classics, ein Snooker-Turnier, das jährlich Fans, Amateure aber vor allem die Profis in die Fürther Stadthalle zieht.


Das äußert sich in einem entspannten und offenen Verhalten der Spieler. Geduldig schreiben die Snooker-Cracks Autogramme und haben meistens auch ein paar freundliche Worte für die Fans übrig. Besonders Shaun Murphy zeigte seine Lockerheit auch in seinen Spielen und trug damit zur Erheiterung der Zuschauer bei. Als Mark King aus Frust über sein störendes Hemd ein Foulspiel beging und die Kugeln auf dem Tisch gehörig durcheinander brachte, ließ Murphy den deutschen Schiedsrichter Theo Selbertinger, zum großen Vergnügen der Zuschauer, die Kugeln alle fein säuberlich wieder dahin zurück legen, wo sie vor dem Foul gelegen waren.

Aus für das Turnier?

Die wichtigste Nachricht gab es für die Fans des Paul Hunter Classic bereits vor Beginn des Endspiels, als Weltverbandspräsident Jason Ferguson verkündete: "Wir lieben dieses Turnier, die Spieler lieben dieses Turnier und die Fans lieben dieses Turnier. Das Paul Hunter Classic Fürth wird auch im kommenden Jahr stattfinden." Da die wegen mangelnder Sponsoren defizitäre European Tour – zu der das Paul Hunter Classic gehört - nicht mehr ausgetragen wird, hatten Gerüchte über ein mögliches Ende des traditionsreichsten deutschen Snooker-Turniers die Runde gemacht. Diese hatte Ferguson mit seinem Bekenntnis zu Fürth nun klar vom Tisch gefegt.

Bereits unmittelbar nach der Siegerehrung machten sich die Arbeiter daran den Finaltisch in seine Einzelteile zu zerlegen. Das Snookerfest in Fürth ist zu Ende. Es bleiben die Faszination der Atmosphäre, Erinnerungen an großartigen Sport und mit der Gewissheit, dass es das Paul Hunter Classic – mit allen seinen sympathischen Eigentümlichkeiten – auch in Zukunft in der Fürther Stadthalle geben wird, die Vorfreude auf die dann 13. Ausgabe dieses einzigartigen Traditionsturniers. 

Andreas Goldmann

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