Mittwoch, 20.09. - 04:14 Uhr

|

zum Thema

Pyrotechnik beim Derby gibt der Polizei Rätsel auf

Bislang ist nicht geklärt, wie die verbotene Ware in den Ronhof kam - 13.08.2014 05:59 Uhr

Die Nürnberger Anhänger fackelten am Montagabend eine beträchtliche Menge an Pyrotechnik im Fürther Stadion ab. © Sportfoto Zink / MaWi


Vor allem in den ersten 45 Minuten des Spiels zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg qualmte und leuchtete es fast im Minutentakt im Gästeblock. Einsatzleiter Peter Messing ist auch am Tag danach ratlos, wie es so weit kommen konnte. „Wenn wir wüssten, wie die Gästefans die Pyrotechnik ins Stadion gebracht haben, wären wir einen Schritt weiter“, gibt er zu.

„Die Einlasskontrollen jedenfalls waren sehr gründlich.“ Vor allem die großen Rauchtöpfe, die die Fans zündeten, hätten dabei auffallen müssen. Daher ist es wahrscheinlicher, dass das Material - darunter über zwei Dutzend bengalische Fackeln, drei Leuchtraketen, Böller und Rauchtöpfe - auf dem Stadiongelände versteckt worden ist. Doch wie? Seit Freitag bewachte ein privater Ordnungsdienst das abgesperrte Stadion Tag und Nacht, vor dem Spiel sei der Ronhof gründlich abgesucht worden, versichert Messing.

Bilderstrecke zum Thema

Pyrotechnik und Choreographien beim 257. Frankenderby

Nicht nur auf dem Rasen ging es mit insgesamt sechs Toren richtig rund, sondern auch abseits des Spielfeldes. Sowohl der Fürther als auch der Nürnberger Fanblock präsentierte vor, während und nach dem Spiel Choreographien und Plakate. Einige Club-Anhänger zündeten immer wieder bengalische Leuchtfeuer.


Die zweite Frage muss Messing, der am Montag volle 19 Stunden im Einsatz war und nach nur vier Stunden zuhause wieder zum Dienst antrat, ebenso unbefriedigend beantworten: Muss der Steuerzahler auch beim nächsten Frankenderby in Fürth die Zeche für den Einsatz mehrerer Hundertschaften von Polizisten - die genaue Zahl nennt Messing aus taktischen Gründen nicht - bezahlen? Gibt es keine Möglichkeit, einen derart martialischen Fanmarsch, der den Verkehr in der Stadt kurzfristig lahmlegte, zu verbieten?

„Mit Verboten ist es schwierig“, meint der Fürther Inspektionsleiter, und er bitte darum, den folgenden Satz nicht falsch zu verstehen: „So wie es lief, kann man es hinnehmen. Ich denke, wir haben die Lage im Griff gehabt.“ Als Einsatzleiter sei er sich in keiner Situation unsicher gewesen. Zu Ausschreitungen kam es seiner Meinung nach auch deshalb nicht, weil die Taktik der Polizei aufging: „Wir haben gleich am Hauptmarkt in Nürnberg ein Zeichen gesetzt und ihnen die Grenzen aufgezeigt.“ Die Kommunikation sei nur über Lautsprecher oder über die Fanbeauftragten möglich gewesen. „Das funktioniert nicht wie bei zivilisierten Menschen.“

Bilderstrecke zum Thema

Derbyfieber: Nürnberger Schlachtenbummler am Hauptmarkt

Gute vier Stunden vor dem 257. Frankenderby haben sich über 1000 Clubfans am Nürnberger Hauptmarkt versammelt und sich auf die Begegnung zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth eingestimmt. Gemeinsam machte sich der Tross der FCN-Anhänger unter lautstarken Gesängen in Richtung U-Bahn auf. Ein großes Polizeiaufgebot begleitete die Nürnberger auf ihrem Weg durch die Innenstadt.


 

MARTIN SCHANO

74

74 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Fürth