Dienstag, 11.12.2018

|

zum Thema

Reanimation: So hilft der Defibrillator

Erste Hilfe: FN-Video-Serie erklärt Umgang mit einem wichtigen Gerät zur Lebensrettung - 22.09.2017 14:05 Uhr

Hier wird die Wiederbelebung mit Puppe und Defibrillator demonstriert. © Hans-Joachim Winckler


Erste Hilfe zu leisten bedeutet vor allem: rasch und beherzt zu handeln, wenn ein Mensch in Not ist. Was wann zu tun ist, erklären Experten in der Erste-Hilfe-Serie der Fürther Nachrichten. In Videos führen sie wichtige Handgriffe vor. Nach unserem Beitrag über die Herzdruckmassage geht es diesmal um die Reanimation mithilfe eines Defibrillators.

Hört das Herz auf zu arbeiten, entscheidet jede Minute über Leben oder Tod. Wer einen Menschen vor sich hat, der weder auf Ansprache reagiert noch atmet, muss deshalb sofort handeln: Notruf absetzen, Herzdruckmassage beginnen und durchhalten, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Ist ein so genannter Automatischer Externer Defibrillator (AED) verfügbar, so rät Oberarzt Dr. Rainer Krämer von der Zentralen Notaufnahme am Klinikum Fürth, sollte dieser unbedingt genutzt werden. Denn: Eine Herzdruckmassage setzt zwar den Kreislauf wieder in Gang, sorgt also anstelle des Herzens dafür, dass Blut und somit überlebenswichtiger Sauerstoff ins Gehirn gelangt. Aber beim Herzkammerflimmern (auch Kammerflimmern oder Herzflimmern), einer häufigen Form des Herz-Kreislauf-Stillstandes, genügt das nicht.

Was genau geschieht beim Herzkammerflimmern? Oberarzt Krämer erklärt: „Dabei arbeiten die einzelnen Herzmuskelzellen nicht mehr koordiniert.“ Man könne sich das so vorstellen, dass jede vor sich hin zappelt. Damit das Herz wieder effektiv schlagen kann, gilt  es, die Herzmuskelzellen mit einem Gleichstromschlag wieder zu vereinheitlichen, und das kann der Defibrillator.

Wie schafft das der Defibrillator? Bei jedem AED befindet sich ein Päckchen mit Elektroden, die der Ersthelfer auf Anweisung des Geräts am Körper des Patienten anbringt. Über sie analysiert der Defibrillator den Herzrhythmus und erkennt, ob ein Herzflimmern vorliegt, ob also per Knopfdruck ein Stromstoß (Schock) abzugeben ist oder nicht.

Wo findet man einen Defibrillator? Laut Krämer gibt es Laien-Defibrillatoren in vielen Gebäuden und Institutionen mit Publikumsverkehr, also beispielsweise in Bahnhöfen, Theatern, Behörden, Schwimmbädern, Einkaufszentren. Grün-weiße Schilder mit Herz- und Blitzsymbol zeigen die Position der Geräte an, die man dann in der Regel aus einem Kästchen an der Wand nehmen muss. Im Notfall sollte laut Krämer eine Person beim Patienten bleiben und die Herzdruckmassage übernehmen, während eine andere Person den Defibrillator holt.

Muss ich Angst haben, etwas falsch zu machen? Nein, sagt der Mediziner. Denn: Es gebe zwar unterschiedliche AED-Modelle. Allen gemeinsam sei aber, dass sie extra für Laien konstruiert sind. Nach dem Einschalten ertönt eine Stimme, die dem Ersthelfer Schritt für Schritt sagt, was er zu tun und zu lassen hat und ihn auch durch die Reanimation führt. 

Birgit Heidingsfelder E-Mail

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Fürth