11°C
Freitag, 25.05. - 08:45 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

Rechtsextreme Demonstration in Fürth

Neonazis hatten offenbar über Nacht einen Umzug angemeldet, Polizei sah keine Handhabe dagegen - 19.02.12

FÜRTH   - Völlig überraschend hat am Samstagmittag in der Fürther Innenstadt eine Demonstration von rund 100 Neonazis aus dem süddeutschen Raum stattgefunden, die durch die Straßen zogen und Parolen skandierten. Nach Auskunft der Polizei war eine Eilanmeldung für die Veranstaltung in der Nacht zum Samstag bei der Fürther Inspektion eingegangen.


Neonazis veranstalteten überraschend eine Demonstration in Fürth.
Neonazis veranstalteten überraschend eine Demonstration in Fürth.
Foto: News5
Neonazis veranstalteten überraschend eine Demonstration in Fürth.
Neonazis veranstalteten überraschend eine Demonstration in Fürth.
Foto: News5

Laut dem seit einiger Zeit liberalisierten Versammlungsrecht habe man  die Demonstration genehmigen müssen, sagte Polizeisprecher Robert Sandmann im Gespräch mit den Fürther Nachrichten. Man habe lediglich mit Auflagen reagieren können; so sei die gewünschte Route durch die Fußgängerzone abgelehnt worden, stattdessen zogen die Rechtsextremen laut Sandmann von der Stadthalle aus durch die Hirschenstraße und die Maxstraße über den Bahnhofplatz bis zur Freiheit.

Angemeldet worden sei die Demo von einem bekannten Vertreter des "rechten Spektrums im Großraum", so Sandmann, dessen Namen er  jedoch nicht nennen wollte. In den Reihen der Teilnehmer befanden sich allerdings etliche Vertreter des  rechtsextremen "Freien Netzes Süd" um den Stadelner Matthias Fischer.

Hintergrund war ein für diesen Samstag in Dresden geplanter Aufmarsch von Neonazis, gegen den Tausende auf die Straße gingen und der  wieder abgesagt worden war. In Fürth war deshalb auch die Bombardierung Dresdens vor 67 Jahren zentrales Thema auf Spruchbändern und in einschlägigen Redebeiträgen.. Aus diesem Anlass waren bereits am vergangenen Montag etwa 1.600 Rechte in der sächsischen Hauptstadt aufmarschiert.

In der Nacht nach der Demonstration von Rechtsextremisten wurde ein Anschlag auf den antifaschistischen Infoladen Benario verübt.
In der Nacht nach der Demonstration von Rechtsextremisten wurde ein Anschlag auf den antifaschistischen Infoladen Benario verübt.
Foto: News5
In der Nacht nach der Demonstration von Rechtsextremisten wurde ein Anschlag auf den antifaschistischen Infoladen Benario verübt.
In der Nacht nach der Demonstration von Rechtsextremisten wurde ein Anschlag auf den antifaschistischen Infoladen Benario verübt.
Foto: News5

Die Veranstaltung in Fürth sei "störungsfrei" verlaufen, so die Polizei, bei der Bevölkerung sei sie "nur auf geringes Interesse" gestoßen. Wegen der Kurzfristigkeit kam es offenbar auch nicht  zu Gegendemonstrationen im üblichen Ausmaß - der Auftritt der rechten Szene war schlichtweg kaum bekannt. Lediglich an der Fürther Freiheit hätten laut Polizei etwa 50 Passanten ihrem Unmut  durch Zwischenrufe Luft gemacht.

Anschließend habe die Schlusskundgebung vor dem Fürther Hauptbahnhof stattgefunden. "Nach mehreren Redebeiträgen war die Veranstaltung gegen 14.15 Uhr beendet", vermerkt das Polizeiprotokoll.

Vorwürfe aus Antifa-Kreisen, die Polizei habe versucht, „den Gegenprotest im Keim zu ersticken“, weist Sprecher Sandmann, der selbst vor Ort war,  zurück. Davon könne nach seinen Erkenntnissen keine Rede sein.

Bestätigen kann die Polizei dagegen, dass in der Nacht zum Sonntag eine  Scheibe des „Infoladens Benario“, eines  Treffs der Fürther Antifa-Szene in der Nürnberger Straße, eingeworfen und der Rollladen demoliert wurde. Für die  Betreiber des Ladens steht fest, dass die Täter aus dem Neonazi-Lager stammen. Die Polizei hat Spuren gesichert und ermittelt auch in diese Richtung, hieß es am Sonntag auf FN-Anfrage. Anwohner gaben an, gegen zwei Uhr einen Knall gehört zu haben, danach sei ein dunkel gekleiderter Mann davongerannt. Mögliche Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer (0911) 21123333 zu  melden.

In den vergangenen Monaten waren, wie berichtet, auf das Eigentum von Antifaschisten in der Region mehrere Anschläge  verübt worden, die dem rechten Spektrum zugerechnet werden. 



Wolfgang Händel

Um selbst einen Kommentar abgeben zu können, müssen sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:
 
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.



Zum Thema
Junge_Nürnberger_mucken_auf_gegen_Neonazis_4c-lok-lokales-antifa_app04_04.jpg



Kurzbeschreibung:
Seit der Aufdeckung der Morde der rechtsextremen Terrorzelle NSU haben sich in Nordbayern Übergriffe und Aufmärsche von Rechtsradikalen verstärkt. Besonders aktiv ist hierbei das "Freie Netz Süd", das vom Verfassungsschutz als „größtes und schlagkräftigstes Netzwerk“ bezeichnet wird.

Gegen die Aktivitäten der NPD und anderer rechtsextremer Organisationen in der Region hatte sich schon in der Vergangenheit eine breite Bürger-Bewegung gebildet, die den Aufmärschen regelmäßig mit Gegendemonstrationen und kreativem Protest begegnet. Hier ist zum Beispiel die "Allianz gegen Rechtsextremismus" als Zusammenschluss kommunaler und unabhängiger Initiativen zu nennen und das - bereits mehrfach ausgezeichnete - "Bürgerforum Gräfenberg".