Donnerstag, 15.11.2018

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Schlosserei am Lokschuppen interessiert

Möglicher Pächter erhöht die Aussichten auf eine Sanierung des Fürther Baudenkmals - 17.09.2011 16:00 Uhr

Zu den ältesten Zeugnissen der Bahngeschichte gehört der 151 Jahre alte Fürther Lokschuppen mit angefügtem Wirtschaftsgebäude aus dem Jahre 1911 und dem knapp daran vorbeilaufenden neuen S-Bahn-Gleis. © André De Geare


Mit einem Gutachten wurden die Kosten einer Notsicherung des teilweise eingefallenen Daches und einer Instandsetzung der Gebäudehülle ermittelt. Die Dachreparatur würde demnach 120000 Euro kosten, eine Instandsetzung 740000 Euro. Mit dieser Berechnung will die Stadt nun in Verhandlungen mit Geldgebern treten. Der Lokschuppen gehört der aus der Bahn hervorgegangenen Immobilienfirma Aurelis, die das alte Gemäuer am liebsten abreißen würde.

Das hat ihr die Regierung jedoch auf Betreiben der Stadt Fürth als Untere Denkmalschutzbehörde verboten. Allerdings widersetzt sich Aurelis bislang auch allen Auflagen zur Bestandssicherung. Deshalb bemüht sich die Kommune um die Rettung. Schon nächsten Dienstag will Ralf Röder, Technischer Leiter der städtischen Gebäudewirtschaft, mit dem Landesamt für Denkmalpflege Zuschussmöglichkeiten ausloten.

Die Stadt selbst hat jedenfalls kein Geld für den Lokschuppen übrig – selbst, wenn er ihr als Geschenk überlassen wird. Parallelen zum Hauptbahnhof drängen sich auf, den die Bahn der Kommune auch bereits gerne für einen symbolischen Preis überlassen hätte. Interesse an einer Nutzung des Lokschuppens hat inzwischen eine Schlosserei aus dem Landkreis angemeldet. Und das Berufsförderungszentrum Nürnberg signalisierte Bereitschaft, bei der Dachreparatur kostenfrei mit anzupacken.

Diese Chancen gilt es nach Ansicht von Stadtheimatpfleger Alexander Mayer zu nutzen. Schließlich könne die Pacht zur Finanzierung der Instandsetzung eingesetzt werden. Für die Bahn müsste es, so Mayer, im eigenen Interesse liegen, das historische Bauwerk zu sichern. Denn das neue S-Bahn-Gleis führt nur drei Meter am über sechs Meter hohen Lokschuppen vorbei.

Was dem Lokschuppen zum Nachteil gereicht, ist seine abgeschiedene Lage. Erreichbar ist er bislang nur über den Recyclinghof Jakobinenstraße. Auch der Anschluss neuer Versorgungsleitungen ist nicht ganz einfach. 

Volker Dittmar

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