Dienstag, 20.11.2018

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Stadt Fürth will mit P & P riesige Brachfläche entwickeln

Gelände an der Jakobinenstraße soll eine zweite Uferstadt werden - 05.12.2015 05:57 Uhr

Anschluss an die Wissenschaftsmeile: Das Gelände an der Jakobinenstraße bietet reichlich Platz für Büros, Forschungsstätten und Wohnraum für Studenten. © Foto: Berny Meyer


Die Wissenschaftsmeile, das betonen Politiker aus beiden Städten, soll einmal zum Herzstück des Technologiestandorts Nürnberg-Fürth werden. Im Blick haben sie jene Trasse, auf der 1835 die erste deutsche Eisenbahn fuhr: vom Planetarium in Nürnberg über die Datev, die neuen Hochschulstandorte „auf AEG“ bis zur Fürther Uferstadt mit ihren Werkstoffwissenschaftlern sowie dem Landesamt für Statistik.

Im Fürther Osten soll diese Meile in nicht allzu ferner Zukunft zulegen. Die Brache an der Jakobinenstraße, die heute noch den Recyclinghof der Stadt beheimatet, soll sich, so wünscht man sich das im Rathaus, zu einer zweiten Uferstadt entwickeln. 600 Menschen könnten dort einmal arbeiten.

Inzwischen hat das Fürther Unternehmen P & P das Gelände, in etwa so groß wie fünf Fußballfelder, gekauft – zu einem Teil von der früheren Bahn-Tochter Aurelis, zum anderen von der Bahn selbst. Im Rathaus herrscht Zufriedenheit: „Wir stehen in engem Kontakt mit P & P, um den Standort gemeinsam zu entwickeln“, betont Fürths Wirtschaftsreferent Horst Müller. In unmittelbarer Nähe zur Uferstadt und dank der guten Verkehrsanbindung sei die Fläche geradezu prädestiniert, ein Teil der Wissenschaftsmeile zu werden. „Gerade jetzt, wo die Uferstadt so gut wie voll belegt ist“, wie Müller sagt.

P & P hat bereits konkrete Pläne. Zur Jakobinenstraße hin ist ein siebengeschossiger Büroturm mit einem Gebäuderiegel entlang der Bahngleise vorgesehen. Benachbart schließen sich zwei Gebäude an mit etwa 180 Wohnungen für Studenten sowie Menschen, die auf dem Gelände arbeiten. In Richtung Nürnberg folgen schließlich weitere Gewerbebauten für Forschungseinrichtungen, Hochschulen oder Unternehmen, die eng mit diesen zusammenarbeiten möchten.

Chance für den Lokschuppen

Hoffnung gibt es für den denkmalgeschützten Lokschuppen auf dem Areal, den die früheren Eigentümer haben verfallen lassen. „Wir können uns vorstellen, ihn in das Gesamtkonzept zu integrieren“, sagte Firmenchef Michael Peter auf FN-Nachfrage. Denkbar sei zum Beispiel, ihn als Raum für Gastronomie zu nutzen. Wo viele Menschen arbeiten, müsse auch eine „gewisse Grundversorgung“ gewährleistet sein, so Peter.

Bis auf dem Gelände die Bagger anrollen, wird noch etwas Zeit vergehen. Der Recyclinghof der Stadt muss beispielsweise erst Februar 2017 das Feld räumen. Schneller geht es mit einem anderen Grundstück, das P & P nur einen Steinwurf entfernt beplant: Direkt neben dem neuen Kino soll – wie berichtet – ein Hotel entstehen, die Bautafel ist inzwischen platziert. Laut Michael Peter werden die Arbeiten im zweiten Quartal 2016 beginnen, Ende 2017 könnte alles fertig sein.

Das Hotel aus der P & P-Kette „Like Apart“ soll über rund 120 Betten verfügen. Wie in einem klassischen Hotel können Gäste dort nur wenige Tage verbringen, sich aber auch über mehrere Monate in „voll ausgestatteten Apartments“ einmieten. P & P verfolgt dieses Konzept bereits im Golfpark Atzenhof. Dort bleiben 30 bis 40 Prozent der Gäste, meist Geschäftsleute, gleich über zwei bis drei Monate. Das geplante Hotel an der Gebhardtstraße, heißt es von Seiten des Unternehmens, biete dank der zentralen Lage sogar noch bessere Voraussetzungen. 

Johannes Alles

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