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Stein: Verdoppelt sich das idyllische Dorf?

Die Stadt bringt einen Bebauungsplan für das kleine Loch auf den Weg - 03.12.2017 16:04 Uhr

Beschaulich präsentiert sich das Dörfchen Loch, seit Jahrzehnten wurde dort kein neues Haus mehr gebaut. Das könnte ein Bebauungsplan nun ändern. © Foto: Athina Tsimplostefanaki


Anlass, die Planung aufzugreifen, ist der Hochwasserschutz, wie Bürgermeister Kurt Krömer in der jüngsten Stadtratssitzung erläuterte. Hier ist die Stadt in der Pflicht, vorzusorgen. Rund 900 000 Euro wird es kosten, die Folgen von Starkregen sowie mögliche Überschwemmungen einzudämmen. Entsprechende Rückhalte-Einrichtungen, wie Regenüberlaufbecken oder Freiflächen, müssen dafür geschaffen werden. Im Zuge dessen soll auch der Dorfplatz ein neues Antlitz erhalten.

Wie Krömer weiter ausführte, kann nur ein geringer Teil der Ausgaben auf die Bürger in Loch umgelegt werden. Fast die ganze Summe muss also die Stadt aufbringen. Gleichzeitig mit den Maßnahmen soll in Loch jedoch mehr versiegelt werden: Neue Bauflächen werden ausgewiesen. Dadurch könnte sich die Häuserzahl mit Einfamilien- und Doppelhäusern mehr als verdoppeln.

Widerstand gegen die Pläne zeigten nur die Grünen. "Durch den Bau von Einfamilienhäusern werden hauptsächlich Familien mit zwei Fahrzeugen zuziehen", prophezeite Stadtrat Dietmar Oeder.

Absprache mit Landwirten

Zwei Autos seien nötig, da es im Dorf keinerlei Nahversorgung oder Kinderbetreuung gibt. Auch der Nahverkehrsanschluss sei dürftig. Das würde rund 50 Fahrzeuge mehr bedeuten, die die örtlichen Straßen und den dortigen Talgrund belasten, fürchtet Oeder. Zugleich monierte der grüne Stadtrat, dass die Grundstückseigentümer ihre Flächen nun zu Baulandpreisen verkaufen könnten, während die Allgemeinheit für den Hochwasserschutz aufkommen müsse.

Der Überflutungsgefahr könne durch Absprachen mit dem Landwirten auch anders begegnet werden. Hier soll nach den Wünschen der Grünen ein ökologisches Gutachten zur Hochwasservermeidung helfen. Insgesamt sprach sich die grüne Fraktion für ein maßvolles Wachstum in Loch aus.

Die Vorschläge fanden allerdings bei den restlichen Stadträten keine Mehrheit, der Bebauungsplan wurde auf den Weg gebracht.  

Beate Dietz

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