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Streit um neuen S-Bahn-Betreiber: "NX weiß, wo Vach liegt"

Deutschland-Chef von National Express Rail kontert Kritik von Fürths OB - 06.02.2015 19:18 Uhr

Den Bahnhaltepunkt Vach kennt auch der National-Express-Chef ziemlich genau, wie er versichert. © Winckler


Jung hatte sich bezüglich des S-Bahn-Netzes in der Region deutlich für die DB ausgesprochen. In der Rundschau des Bayerischen Fernsehens äußerte er seinen Unmut, dass anstelle der Bahn die britische National Express Rail (NX) ab 2018 das hiesige Netz betreiben wird. Er befürchte bei der Umstellung „über Monate größte Verwerfungen“, sagte Jung ins Mikrofon, und weiter: "Neue Gesellschafter aus England – keine Ahnung, ob die überhaupt wissen, wo ein Bahnhof Vach oder ein Bahnhof Großgründlach liegen."

Was Jung nicht wusste: Tobias Richter, Deutschland-Chef von NX, ist Franke durch und durch. In einem offenen Brief an den OB erklärt Richter nun, er habe auf dem ehemaligen Stellwerk I am Bahnhof Vach vor drei Jahrzehnten seine Schrankenwärterschulung erhalten. Zudem sei der Fürther Hauptbahnhof über vier Jahre seine Heimatdienststelle gewesen. „Sie dürfen also versichert sein“, schreibt Richter, „dass National Express weiß, wo Vach liegt.“

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Darüber hinaus vergisst er nicht, Jung darauf hinzuweisen, dass es weder einen Bahnhof noch einen Haltepunkt Großgründlach gibt. Letzterer sei im Sommer 1991 stillgelegt worden. Richter: „Die DB-Presseinformation habe ich seinerzeit in der Bundesbahndirektion selbst formulieren dürfen.“ Seinen offenen Brief an Jung rechtfertigt er damit, dass in den vergangenen Tagen vieles sehr emotional und nicht immer richtig dargestellt worden sei. „Das schmerzt mich etwas. Ich wünsche mir, dass wir, bevor wir übereinander reden, zunächst miteinander reden.“

„Gut, es ist sicherlich richtig, dass Herr Richter hier lange Zeit gearbeitet hat“, sagte Jung auf Nachfrage der Fürther Nachrichten. „Aber was nützt es, wenn der oberste Boss in seinem Büro in Nordrhein-Westfalen sich hier auskennt, aber alle anderen nicht?“ 

JOHANNES ALLES

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