Sonntag, 18.11.2018

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U-Bahn-Schläger längst im Visier der Justiz

Der bekennende Fürther Neonazi ist mehrfach vorbestraft und als gewaltbereit bekannt - 25.02.2011 16:00 Uhr

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe für Peter R. (24), hier mit Anwalt Axel Graemer, von sieben Jahren und neun Monaten. © Weigert


In der Schwurgerichtskammer stapeln sich die Aktenordnerfrühere Urteile gegen Peter R. werden verlesen, denn der 24-Jährige geriet seit 2006 regelmäßig ins Visier der Justiz. Es geht um Delikte wie Diebstahl, meist jedoch um seltsame Beleidigungen, motiviert von seiner rechten Gesinnung: So beschimpfte er einen Kontrahenten als „jüdischen Polit-Kommissar“.

Faustschlag für Frau

Polizisten titulierte er als „Schweine“, einem Beamten rief er die englischsprachige Parole „all Cops are Bastards – alle Polizisten sind Bastarde“ zu. Vor allem jedoch fiel er durch Gewalttaten auf: Er schlug mit der Faust zu und trat mit dem Fuß auf seine Opfer ein, ähnliche Brutalität wird ihm im aktuellen Verfahren vorgeworfen.

Im November 2008 kassierte er vom Amtsgericht Fürth eine Bewährungsstrafe von sieben Monaten. Im vorangegangenen Februar hatte der rechte Rand einmal wieder an Dresden erinnert: Bekanntlich wurde die Elbmetropole 1945 von den Alliierten in Schutt und Asche gelegt – die Nazi-Propaganda instrumentalisiert diese Bombennacht immer wieder, auch in Fürth hält die NPD regelmäßig „Mahnwachen“ ab. Bei dieser Gelegenheit verprügelte Peter R. einen Gegendemonstranten (19). Auch eine 18-jährige Frau musste einen Faustschlag einstecken, allerdings konnte damals nicht geklärt werden, ob Peter R. oder sein mitangeklagter Kumpan die Frau geschlagen hatte. Doch fest steht: Ein Zivilpolizist beobachtete die Szene, er holte weitere Polizisten herbei – und Peter R. wurde gestoppt. Damals blieb es bei der verhältnismäßig glimpflichen Schlägerei. 

ULRIKE LÖW

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