Mittwoch, 14.11.2018

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U-Bahn: Stein sitzt mit am Tisch

Bürgermeister Krömer wird in Vorgespräche eingebunden - 07.10.2009

Redet ein Wörtchen mit: Steins Bürgermeister Kurt Krömer. © Esterl


Wie berichtet, hatte Krömer am Wochenende nachdrücklich den U-Bahn-Anschluss auch für Stein in Erinnerung gerufen. «Mir geht es nicht darum, einen Wettstreit zwischen Oberasbach, Zirndorf und Stein um den U-Bahn-Anschluss zu schüren«, erklärte er gestern. Allerdings fürchte er bei dem derzeitigen Fahrplan zu den Planungen, der Kreistag könnte sich für eine U3-Variante in den Westen entscheiden. «Und zuletzt heißt es dann, jetzt haben wir die eine Trasse genehmigt, die andere können wir uns nicht mehr leisten«. Deshalb müssten dem Kreistag 2010 Untersuchungen für alle zur Disposition stehenden Varianten vorliegen, fordert Krömer.

1994 war eine U-Bahn-Verlängerung nach Stein ein erstes Mal genauer betrachtet worden, damals allerdings lediglich auf die Teilstrecke Nürnberg-Röthenbach bis Stein-Deutenbach bezogen. Und sie lag mit 0,33 weit unter dem für die Zuschussfähigkeit maßgeblichen Wert von 1. Erst einmal in die Details der U-Bahn-Planungen eingestiegen, fragten sich die Steiner darauf, weshalb das Gutachten nur für einen kleinen Teilbereich berechnet worden sei, wenn die U-Bahn-Linie doch bis zum Hauptbahnhof Nürnbergs fahre.

Worauf 1997 die zweite Untersuchung anrollte: Für die Strecke Nürnberg-Hauptbahnhof bis Endhalt Stein-Deutenbach (Goethering) lieferte die Kosten-Nutzen-Analyse mit 1,7 einen wesentlich höheren Kosten-Nutzen-Faktor als die begutachteten Trassen Richtung Oberasbach. «Doch als dann die Betriebskosten, die auf 1,7 Millionen Mark im Jahr geschätzt wurden, zur Sprache kamen, hat der Landkreis das Projekt ganz schnell beerdigt«, erinnert sich Krömer.

In einem Schreiben an die Stadt Stein habe die damalige Landrätin Gabriele Pauli erklärt, dass sich der Landkreis angesichts der aktuellen Haushaltssituation außerstande sehe, Bau und Betrieb zu bewerkstelligen, berichtet Krömer. Womit das Projekt U2-Verlängerung an die Wand gefahren war.

Eine neuerliche Berechnung des U2-Stichs nach Stein stünde unter günstigen Vorzeichen: «Die fahrerlose U-Bahn gab es damals noch nicht, außerdem steht mit dem Krügel Gelände in Stein auch ein großes Areal zur Besiedlung an«, führt Krömer ins Feld. Der Kosten-Nutzen-Faktor könne sich also nur noch verbessern. Und diese aktualisierten Zahlen, findet Krömer, «sollten auch vorliegen, wenn es um die Entscheidung über die U-Bahn-Anbindung des Landkreises an Nürnberg geht«.


 

Sabine Dietz

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