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Wer war Bella Rosenkranz?

Die Fürther Jüdin musste in ihrem Leben viel erdulden - 22.11.2017 12:28 Uhr

Bella Rosenkranz beim Neujahrsempfang der Stadt Fürth im Jahr 2015. © Winckler


Bella Rosenkranz kam 1921 in Fürth zur Welt und verbrachte ihre frühe Kindheit in Colmar und Regensburg. Als ihre Mutter starb, kehrte sie 1929 nach Fürth zurück, wo sie im jüdischen Waisenhaus lebte. Gerade 17 Jahre alt geworden, wurde sie 1938 mit 53 weiteren Juden von der Gestapo nach Polen deportiert.

Nach dem Einmarsch der Wehrmacht im September 1939 floh sie von dort nach Russland. Als Hitler auch die Sowjetunion angriff, wurde Rosenkranz, die "deutsche Jüdin", als "Feind" eingestuft. Urteil: fünf Jahre Arbeitslager.

Im Anschluss folgte die Verbannung nach Sibirien, doch Rosenkranz setzte sich ab. Unter neuer Identität arbeitete sie auf Frachtern an der sowjetischen Ostküste. 1961 durfte sie, auch weil sich der Suchdienst des Roten Kreuzes für sie einsetzte, nach Fürth zurückkehren. Ihrer Geburtsstadt blieb sie eng verbunden. Zwar unternahm sie Versuche, in den USA und in Israel Fuß zu fassen, kehrte aber immer wieder zurück.

Zeitlebens engagierte sie sich in der Israelitischen Kultusgemeinde, wo sie den zugewanderten Juden aus Osteuropa Deutsch-Unterricht gab. Als die Stadt Fürth ihr im Jahr 2011 den Ehrenbrief verlieh, schwärmte Oberbürgermeister Thomas Jung: Diese Frau verstehe sich als "waschechte" Fürtherin. Sie setze sich für den Dialog zwischen Christen und Juden, sei eine kompetente Ratgeberin bei Besuchsaufenthalten von jüdischen Ex-Fürthern in der Kleeblattstadt und trage mit ihrem Buch "Bella" dazu bei, dass spätere Generationen das Grauen der Nazizeit nachempfinden könnten.

Jung damals: "Man kann sie zu Recht als engagierte, resolute, oftmals auch kritische Streiterin für das jüdische Leben in Fürth bezeichnen." 

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