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Zeuge der alten Wasserstraße

Historischer Kilometerstein des Ludwigkanals in Burgfarrnbach repariert - 29.03.2013 22:00 Uhr

Steinmetzmeister Roland Meier packt die bei einem Unfall auf der Poppenreuther Brücke zerbrochene und nun wieder zusammengefügte und gereinigte Sandsteinsäule in Plastikfolie ein. © Thomas Scherer


Der bisherige Standort auf einer Verkehrsinsel zwischen den Rampen zum Frankenschnellweg hat sich als äußerst ungünstig erwiesen. Immer wieder schleudern Fahrzeuge bei Kollisionen über die Grünfläche und demolieren Verkehrszeichen und Plakatständer. Alle Bemühungen der Verkehrsbehörde – etwa durch lichtstärkere Ampeln – haben den Unfallschwerpunkt bislang nicht entschärfen können.

Deshalb soll das restaurierte Kanal-Denkmal nicht länger der Gefahr erneuter Zerstörung ausgesetzt werden. Auf Anregung des Arbeitskreises Dorfgestaltung Poppenreuth wurde, wie berichtet, ein neuer Standort auf dem Grünstreifen am Fuß- und Radweg zwischen der Zufahrt zum Frankenschnellweg Richtung Erlangen hinter dem Selgros-Großmarkt und der Brücke Alte Reutstraße gefunden. Hier soll neben dem Stein auch eine Infotafel mit Erläuterungen zum ehemaligen Kanalhafen aufgestellt werden.

Der Ludwigskanal verlief im Fürther Stadtgebiet auf der heutigen Route des Frankenschnellwegs. Im Bereich der Poppenreuther Brücke befand sich ein Hafen. Legendär waren die Ausflugsfahrten mit dem sogenannten Schlagrahmdampfer zum Gasthof Weigel nach Kronach. Während am Erlanger Burgberg ein wuchtiges Denkmal an den alten Kanal erinnert, gehört der Poppenreuther Kilometerstein zu den wenigen Zeugen der 1846 fertig gestellten und 1950 aufgelassenen Wasserstraße.

Der zerbrochene Stein wurde in der Natursteinabteilung des Burgfarrnbacher Bauunternehmens Georg Schenk restauriert. Wie Steinmetzmeister Roland Meier auf FN-Anfrage erläutert, haben Fachleute die Bruchstücke wieder zusammengedübelt, ein fehlendes Teil mit Burgsandstein aus dem Worzeldorfer Steinbruch des Unternehmens ergänzt und das Ganze so verspachtelt, dass der Schaden kaum noch zu erkennen ist. Zudem wurde der Sandstein gereinigt und die eingemeißelte Schrift neu nachgezogen. Vier Tage Arbeit waren dazu nötig. Wann das gute Stück auf einem neuen Sockel am neuen Platz aufgestellt wird, steht derzeit noch nicht fest.

Der Ludwigskanal, dessen Funktion der 1992 eingeweihte Main-Donau-Kanal übernommen hat, wird heuer von der bayerischen Landesausstellung mit dem Thema „Main und Meer“ in Schweinfurt beleuchtet.

  

Volker Dittmar

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