17°

Mittwoch, 28.06. - 02:26 Uhr

|

Altmühltalpanoramaweg feiert in Gunzenhausen Geburtstag

Beliebte Wanderstrecke besteht seit zehn Jahren - 28.05.2015 07:00 Uhr

18 Trail-Runner machten sich an der Steinernen Rinne bei Wolfsbronn auf den 21 Kilometer langen Weg nach Gunzenhausen, In Spielberg schloss sich ihnen Bürgermeister Karl-Heinz Fitz (zweiter von rechts) an. © Natalis


Um 17.39 Uhr biegen 18 verschwitzte Läufer in den Marktplatz ein. Ihre nassen T-Shirts kleben am Körper, sie ringen nach Luft als sie endlich das Ziel erreichen – so stellt man es sich vor, so war es aber nicht. Um 17.39 Uhr bogen 18 fröhlich und munter aussehende Trail-Runner in den Marktplatz ein. Schweißtropfen? Fehlanzeige – und das nach 21 Kilometern Altmühltal-Panoramaweg. Ein Halbmarathon, nicht nur über Stock und Stein, sondern auch über 150 Höhenmeter. Wofür? Zur Feier der Strecke selbst. Der Altmühltal-Panormaweg feiert in dieser Woche sein zehnjähriges Bestehen.

Die 18 Läuferinnen und Läufer waren die ersten, die im Rahmen einer Aktion des Bayerischen Fernsehens und Bayern 1 zum Jubiläum die Strecke „getestet“ haben. Startschuss für den Halbmarathon war in Wolfsbronn, entlang des 128 Meter langen Naturschauspiels der Steinernen Rinne und über den Hahnenkamm, ging es nach Spielberg und von dort weiter nach Gunzenhausen. Nach drei Stunden und vier Minuten (mit ein paar kleinen Pausen) wurden sie auf dem Marktplatz von der Moderatorin des Bayerischen Fernsehens, Uschi Schmidt, empfangen.

Einer von ihnen ist Bernhard Nuss. Der 54-Jährige hat an diesem Tag Geburtstag und tauschte offensichtlich ein großes Stück Geburtstagstorte lieber gegen den Halbmarathon. Wunderbar sei es gewesen, sagt er. Nicht zu warm und nicht zu kalt, eine schöne Strecke zum Auslaufen. Zum Auslaufen? 21 Kilometer, 150 Höhenmeter, über Stock und Stein sind für Bernhard Nuss nicht die größte Herausforderung. Vor allem nach dem, was er gerade hinter sich hat. Zehn Kilometer geschwommen, einmal 145 und einmal 275 Kilometer Rad gefahren und 84 Kilometer gelaufen ist Nuss am vergangenen Wochenende.

Dennoch geht er mit dem nötigen Respekt an den Altmühltal-Panoramaweg: „Die Hügel und Bergläufe gehen trotzdem auf die Muskulatur“, sagt der 54-Jährige. Auch Benjamin Hübel, Marathonläufer, empfand denn die Aktion als „schönen Trainingslauf“, der ihn aber nicht an seine Grenzen gebracht hat.
An die Grenzen muss auch niemand gehen. Im Gegenteil. Der Altmühltal-Panaromaweg, der 200 Kilometer lang und über 8600 Höhenmeter von Gunzenhausen bis zum Donaudurchbruch bei Weltenburg in Niederbayern reicht, kann auf vielfältige Art genutzt werden. Im Rahmen der Jubiläumsaktion testen das Bayerische Fernsehen und Bayern 1 jeden Tag eine andere Möglichkeit, die herrlichen Aussichten und die schöne Landschaft zu genießen.

Am Tag nach den Trail-Runnern starteten gestern einige Genusswanderer, die zwischen Eßlingen und Pappenheim eher kulinarische Höhepunkte, als Laufwege suchten. Heute machen sich acht Erwachsene und zehn Kinder auf den Weg nach Dietfurt, um Abenteuer des Wanderwegs für die ganze Familie zu erkunden. Am Freitag schließlich kann der Weg beim „Jedermann-Lauf“ nach Lust und Laune erkundet werden, den Teilnehmern steht es frei, zu rennen, wandern, laufen oder radeln. Das Bayerische Fernsehen meldet sich am Ziel mit einer großen Live-Sendung und einem Fazit aus Treuchtlingen.

Angeführt – zumindest beim Ziel­einlauf auf dem Gunzenhäuser Marktplatz – hat die Trail-Runner übrigens Karl-Heinz Fitz, der Anzug und Krawatte für den Halbmarathon gegen T-Shirt und Laufschuhe getauscht hatte. Ein Halbmarathon war es in seinem Fall allerdings nicht ganz. Das Stadtoberhaupt stieß erst in Spielberg zur Gruppe und lief die noch verbliebenen rund zehn Kilometer bis Gunzenhausen mit. Auf dieser Strecke habe er locker mithalten können, sagt Fitz. 21 Kilometer, das wären ein bisschen zu viel gewesen, gibt er offen zu. Der Bürgermeister freut sich vor allem über die Werbung für Gunzenhausen und das Fränkische Seenland insgesamt. „Das ist eine gute Gelegenheit, uns zu präsentieren.“

Heike Baumgärtner, stellvertretende Sachgebietsleiterin im Naturpark Altmühltal Informations- und Umweltzentrum, erklärt, dass es nicht immer ein Halbmarathon im Rekordtempo sein muss. „Man kann den Weg auch gemütlich abwandern“, sagt sie. Egal wie, schnell oder langsam, zu Fuß oder auf dem Fahrrad, als Trail-Runner oder mit der Familie: Die Aussicht vom Gelben Berg auf das Fränkische Seenland, Gunzenhausen oder den Altmühlsee, ist so oder so den Besuch des Altmühltal-Panoramaweges wert – nicht nur an Geburtstagen. 

STEFANIE TAUBE

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Name:

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Gunzenhausen