Montag, 10.12.2018

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Drostel-Bilder zieren Stadtmuseum

Werke der Künstlerin sind noch bis 12. September zu sehen - 29.08.2010 16:11 Uhr

Drostel bedient sich der Mischtechniken. Das tägliche Leben gibt ihr die Themen vor. © Geist


Inna Drostel, die 1992 mit ihrem Sohn nach Deutschland kam und ihren Mann Wilhelm Drostel heiratete, lebt in dem kleinen Dorf Weilerau, das zu Gnotzheim gehört. Sie wurde 1950 in Gomel bei Tschernobyl geboren. Nach dem Besuch der höheren Schule studierte sie in Minsk am Pädagogischen Institut für fremde Sprachen Literatur, Russisch und Englisch. Daneben besuchte sie die dortige Kunstschule.

Schon während ihres Studiums und danach unternahm sie als Reiseführerin Kunstexkursionen nach St. Petersburg, Moskau, Kiew, Riga, Wilna und auf die Insel Krim. Die zahlreichen Museen und Ausstellungen, die sie besuchte,gaben ihr Anregungen und verstärkten ihren Wunsch sich künstlerisch zu betätigen. Sie nahm daher in Minsk Privatunterricht bei verschiedenen Malern. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie sich als diplomierte Lehrerin für Englisch und als Journalistin bei einem Kulturmagazin.

Drostel bedient sich für ihre Bilder ganz unterschiedlicher Malmittel, wie Öl-, Acryl- Tempera-, Aquarellfarben, Kreide. Gelegentlich gibt sie dem Untergrund eine zusätzliche Struktur. Fast immer wendet sie Mischtechniken an. Sie arbeitet mit Pinsel, Spachtel, auch den Fingern bei der Umsetzung ihrer Ideen. Ihre Skulpturen gestaltet die Künstlerin aus vor- gefundenen alten Holzteilen oder nicht mehr genutzten Metallgegenständen. Mit weiteren Materialien, wie Leder, Gummi, Plastik und Textilien ergänzt, gibt sie ihren Objekten eine neue Bedeutung.

Für ihr breites Spektrum an Themen schöpft Inna Drostel sowohl aus ihrer Erinnerung an die Zeit in Russland als auch aus den Ereignissen und Erlebnissen in ihrem täglichen Leben. Die Abgeschiedenheit in ihrem kleinen Dorf empfindet sie als positiv und inspirierend. Man findet bei ihr Landschaften, Porträts, ikonenartige Gesichter, Christusfiguren, Madonnen. In ihren Harlekinbildern eifert sie Picasso nach. Auch Georges Braque, Mitbegründer des Kubismus, lässt sich als Ideengeber ausmachen.

Die Künstlerin versucht sich ebenso in surrealistischen Bildern und starkfarbigen abstrakten Kompositionen. Gewagt sind ihre Selbstporträts im Jugendstil des Wieners G. Klimt.Viele ihrer Bilder waren schon in Gruppen oder in Einzelausstellungen anderenorts zu sehen. Nun kann man auch in Gunzenhausen die Werke der Künstlerin aus unserem Umland kennenlernen.  

kjg

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